Evelin Augustin verabschiedet sich als Leiterin des Mobilen Sozialen Hilfsdienstes

Evelin Augustin

Fuldabrück. Die Kinder waren noch klein, das neue Haus in Dörnhagen gerade erst bezogen – um wirklich heimisch zu werden, bot sich für Evelin Augustin an, in der Kinder- und Jugendarbeit der Fuldabrücker Kirchengemeinde tätig zu werden. An Himmelfahrt verabschiedet sie sich in den Ruhestand.

Ab 1982 engagierte sich die gelernte Arzthelferin ehrenamtlich in vielen Bereichen der Gemeindearbeit. So veranstaltete sie einen der ersten Second-Hand-Märkte für Kinderkleidung in der Region, lernte durch die Geburtstagsbesuche bei älteren Menschen deren Sorgen und Nöte kennen, gründete das Dienstags-Café als Begegnungsstätte und schaffte mit der Einrichtung eines Besuchs- und Hilfsdienstes die Grundlage für den heutigen Mobilen Sozialen Hilfsdienst (MSHD).

„Mit den Fuldabrücker und Dörnhagener Pfarrern erarbeitete ich 1989 ein Konzept für den Dienst an Älteren und Hilfsbedürftigen in Ergänzung zur Pflegeleistung der gemeindlichen Sozialstation“, erinnert sich die Dörnhagenerin. Zu den Alltagshilfen gehörten Einkäufe und Essenszubereitungen ebenso wie Vorlesen, Zuhören oder einfach nur da zu sein, um die pflegenden Angehörigen zu entlasten. Durch ihre liebevolle Rundum-Betreuung wurde Evelin Augustin Ansprechpartnerin für alle möglichen Belange. Sie versuchte allen zu helfen, die darum baten, und meistens gelang ihr das auch.

Ab 1990 kamen Zivildienstleistende zum Einsatz, zunächst unterwegs mit dem eigenen Fahrrad. Um auch Gehbehinderten mit Rollstühlen oder Rollatoren Arztbesuche oder die Teilnahme am Gemeindeleben zu ermöglichen, wurde 1992 der erste Bus angeschafft. Nach wie vor finanziert sich der MSHD ausschließlich aus Spenden, 40 Zivildienstleistende, die meisten aus Fuldabrück, leisteten ihren Dienst. „Sie liebten ihren Job, und die alten Menschen liebten sie“, lobt Augustin. Mit einer Gesetzesänderung endete 2010 die Zivildienst-Ära, der Start für den Einsatz von Bundesfreiwilligen gestaltete sich schwierig.

Seitdem kümmerte sich Evelin Augustin wieder selbst auch um die praktischen Hilfen, was der 65-Jährigen zunehmend schwerer fiel. „Mir war und ist Professionalität, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sehr wichtig, inzwischen übersteigt das jedoch mehr und mehr meine Kräfte“, begründet sie ihr Ausscheiden in den Ruhestand. Ihre Verabschiedung und die Einführung ihres Nachfolgers Klaus Gustke findet beim Himmelfahrtgottesdienst am 17. Mai statt. (pfb)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.