2000 Neugierige machten sich ein Bild vom Bau der Windkraftanlagen

Infotag am Warpel: Andrang im künftigen Windpark

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Stefan Scholz kletterte während der Besichtigung der Großbaustelle am Warpel mit seinem 10jährigen Sohn Alexander auf eine Nabe.

Söhrewald/Fuldabrück. Wie populär das Thema Windkraft ist, zeigte sich beim Infotag an der Großbaustelle der Städtischen Werke Kassel am Warpel. Fast 2000 Neugierige kamen zu Fuß oder mit dem Pendelbus in den Söhrewald, um sich aus erster Hand über den Bau der 200 Meter hohen Windkraftanlagen zu informieren.

Die Werke bauen oberhalb vom Kiliansblick ihre ersten fünf Windkraftanlagen der Drei-Megawattklasse, zwei weitere entstehen am Sandershäuser Berg in Niestetal. Die Windräder werden Ende des Jahres rund 17 000 Haushalte mit sauberem Strom versorgen können.

„Bis dahin muss noch einiges getan werden“, sagte Projektleiter Lars Rotzsche, der eine Gruppe über den Platz führte. An vier Baustellen im Wald ragen schon jeweils zwei aufeinander gestellte Turmsegmente aus den Bäumen heraus. Das riesige Maschinenhaus, ein Getriebe inklusive Nabe und die 55 m langen und bis zu vier Meter breiten Propeller liegen bereit. Diese Bauteile werden in den nächsten Wochen mit Hilfe eines Krans nach oben gehievt und in 150 Meter Höhe angebracht.

„Es werden zwei Kräne kommen, weil wir etwas im Verzug waren“, sagte Rotzsche. Die Besucher standen Schlange, um durch eine Luke in den halbfertigen Turm einzusteigen. Hier werde es später einen Innenaufzug für die Service-Techniker geben, sagte der Projektleiter. Andere enterten mit ihren Kindern die Nabe oder sahen sich die Riesen-Flügel an. Anschließend gab es Erbsensuppe und Bratwurst für alle.

Gegner der Windkraft-Anlagen zeigten sich während des Info-Tages am Warpel nicht. Viele Besucher, unter ihnen Mitglieder von Energiegenossenschaften oder kommunaler Gremien, sprachen sich für das Projekt aus. Wie zum Beispiel Stefan Scholz (43) aus Lohfelden, der „die Anlagen lieber hier als im Ort“ stehen sehen möchte.

Oder Heinz Waldmann (58) aus Fuldabrück, für den der Eingriff in die Natur „durchaus vertretbar ist“. Der Leiter des Forstamtes Melsungen, Christian-Peter Foet, hofft, dass sich die bisher gute Zusammenarbeit der Projektbeteiligten auch auf die Rekultivierungsphase übertragen lässt.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

Bilder des Infotages

Infotag zum Windpark Söhrewald

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