Erich Figge vom OSC Vellmar wurde Deutscher Meister im Gewichtheben

Am Anfang war ein Besenstiel

Nach dem Wettkampf: Bei den Athleten legte sich die Anspannung. Erich Figge (dritter von links) wusste, dass er den Titel des Deutschen Meisters seiner Altersklasse errungen und sich gleichzeitig für die Weltmeisterschaft in der Ukraine qualifiziert hatte. Repro: Brandau

Vellmar. Sportlich war Erich Figge schon immer. Vor allem Judo hat ihn fasziniert. In dieser Disziplin hat er für den Obervellmar Sportclub (OSC Vellmar) viele Wettkämpfe erfolgreich bestritten. Doch mit 55 Jahren stellten sich gesundheitliche Probleme ein. Rücken und Knie machten nicht mehr mit. Doch ans Aufhören dachte der 1,96 Meter große Sportler mit dem vierten Dan längst nicht. Er startete eine neue Karriere als Gewichtheber und wurde Anfang Mai Deutscher Meister seiner Altersklasse.

„Ich habe es damals mit Gewichtheben versucht“, erinnert sich der heute 68-Jährige. Nach sehr viel Ausdauer und noch mehr Training habe sich ganz allmählich auch hier der Erfolg eingestellt.

Seine gesundheitlichen Probleme wurden geringer und verschwanden schließlich. Das führt Figge auf das spezielle Rückentraining zurück und so kann er heute neben dem Gewichtheben auch wieder beim Judo mitmachen.

Wenn irgend möglich trainiert der erfolgreiche Sportler jeden Tag rund zwei bis drei Stunden. Und das in der umgebauten Garage hinter dem Bürgerhaus Obervellmar. „Eine Notlösung, weil unsere eigentlichen Trainingsräume im Bürgerhaus wegen Asbestbelastung gesperrt sind“, sagt der Athlet.

Doch Not macht bekanntlich erfinderisch und so haben sich Mitglieder der Judo-Abteilung, die von Erich Figge geführt wird, selbst geholfen und die Garage den Bedürfnissen der Sportler angepasst.

„Eine Gewichtheberkarriere beginnt immer mit einem Besenstiel“, erklärt Figge lächelnd. Klein anfangen und sich allmählich steigern heißt die Devise. Dabei seien Durchhaltevermögen und eiserner Wille die wichtigsten Faktoren um zum Erfolg zu kommen. Dieses fehle vor allem dem Nachwuchs, meint der Abteilungsleiter, der sehr gerne junge Menschen ans Gewichtheben heranführen würde. Auch hier hätten die Götter vor den Erfolg den Schweiß gesetzt.

Der ist beim neuen Deutschen Meister reichlich geflossen. Vor dem entscheidenden Wettkampf in Rodewisch im Vogtland waren seine Erwartungen noch bescheiden. Doch schnell merkte er, dass mehr drin war als er sich vorgenommen hatte. So schaffte der 105 Kilogramm schwere Athlet aus Vellmar im Stoßen und Reißen mit insgesamt 145 kg die Goldmedaille und ließ so 15 Konkurrenten hinter sich.

Ebenfalls erfolgreich waren sein Vereinskamerad Heinrich Barth, der in der Altersklasse vier 186 kg schaffte und damit den vierten Rang belegte. Thorsten Richter sicherte sich in der Altersklasse zwei mit 245 kg eine Silbermedaille und qualifizierte sich ebenso wie Barth und Figge für die Weltmeisterschaft in der Ukraine, die im September stattfindet. Foto: Brandau

Kontakt: Judo-Abteilungsleiter beim OSC Vellmar, Erich Figge, Telefon 05 61/82 84 05.

Von Werner Brandau

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