83-Jährige aus Fuldatal wurde misstrauisch und fragte bei Verwandtschaft in den USA nach

Anruferin scheiterte mit Enkeltrick

Fuldatal. Mit einer Variante der „Enkeltrick-Masche“ scheiterte am Mittwoch eine junge Frau, die sich einer Seniorin aus Fuldatal gegenüber am Telefon als eine Nichte aus Amerika ausgab. Sie wollte die 83-Jährige zu einer kurzfristigen Finanzspritze von 15 000 Euro überreden.

Der Anruf erreichte die alte Dame am Mittwoch um kurz nach 14 Uhr. Eine junge Frau meldete sich am anderen Ende der Leitung und sagte, wie bei solchen Anrufen üblich, lediglich: „Hallo, erkennst Du meine Stimme“.

Mit einer derartigen Redewendung wollen die betrügerischen Anrufer dem Gesprächspartner den Namen einer Person entlocken, für die sie sich dann ausgeben können. „Nicht aus Deutschland, aus dem Ausland bin ich“, fuhr die Anruferin fort. Da die Seniorin Verwandtschaft in Amerika hat, antwortete sie daraufhin: „Susanne, bist Du es?“

Frau kam gleich zur Sache

Jetzt war die Verbindung hergestellt und die junge Anruferin kam auch gleich zur Sache. Sie sei gerade in Göttingen, würde gerne mal auf einen Kaffee vorbeikommen und Kuchen mitbringen. Gleichzeitig hätte sie aber noch eine Bitte, habe die Anruferin angefügt, sagte die Seniorin in ihrer Befragung gegenüber den Polizeibeamten des Reviers Nord.

Sie stecke in einer finanziellen Klemme und würde sich gerne bis morgen 15 000 Euro borgen. Das Geld würde sie noch am Nachmittag bei ihr abholen. Die Seniorin entgegnete, dass sie Arbeiten am Haus habe vornehmen lassen und daher derzeit nicht über eine solche Summe verfüge. 50 Euro, so die alte Damen zu den Polizisten, habe sie der vermeintlichen Nichte angeboten. Dann habe man das Gespräch beendet.

Im Laufe des Gesprächs war die 83-Jährige erheblich misstrauisch geworden und rief im Anschluss sofort bei der Verwandtschaft in den USA an. Dort konnte man ihr aber sagen, dass sich die Nichte Susanne noch dort aufhalte und nicht in Deutschland sei.

Jetzt war der Seniorin klar, dass sie eine Betrügerin am Telefon hatte und schaltete die Polizei ein. Den ganzen Nachmittag überwachten Polizeibeamte in zivil verdeckt das Haus der Seniorin im Fuldataler Ortsteil Ihringshausen, die Anruferin erschien aber nicht und meldete sich auch telefonisch nicht mehr.

Tipps der Polizei

Um solchen Betrügereien vorzubeugen, gibt die Polizei folgende Tipps: Niemand sei davor gefeit, dass ihm bei einer geschickten Gesprächsführung mal der Vorname eines Verwandten entlockt werde, so wie in diesem Fall. In den allermeisten Fällen gebe es aber Überprüfungsmöglichkeiten, um einen möglichen Betrüger zu entlarven. „In diesem Fall war der Anruf bei der Verwandtschaft in Amerika genau die richtige Möglichkeit, um den Wahrheitsgehalt zu überprüfen“, heißt es seitens der Ordnungskräfte.

Werde dann noch umgehend die Polizei informiert, bestehe auch die Chance, einen Geldabholer zu fassen. In diesem Fall war der angebotene Betrag von 50 Euro der Anruferin offenbar das Risiko nicht wert, geschnappt zu werden. (mic)

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