Unterschriftenaktion ohne Erfolg

Anwohner des Baugebietes Schefferfeld wollen Tempo 30 zurück

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Wollen die Tempo-30-Zone zurück: Dr. Martin Brown (von links), Dr. Peter Martin und Stephan Pohl. Die Schilder wurden von der Gemeinde 2012 abgebaut, auf der Straße ist als Überbleibsel der Schriftzug „30“ noch zu erkennen.

Schauenburg. „Die Menschen hier in dem Wohngebiet wünschen sich eine Tempo-30-Zone.“ Dr. Peter Martin bringt eine Unterschriftenaktion von Anwohnern des Baugebietes Schefferfeld in Elgershausen auf den Punkt.

Sie sehen Gefahren durch Raser vor allem für die vielen Kinder, die in dem seit 13 Jahren bestehenden Areal unweit des Polders Schefferfeld leben.

Nicht etwa, dass die Anwohner einen ganz neuen verkehrsberuhigten Bereich vom Rathaus fordern. Sie wollen einfach das zurück, was seit dem Entstehen des Baugebietes bis zum vergangenen Sommer galt. Da hätten Mitarbeiter des Rathauses die Tempo-30-Schilder nämlich abgebaut, berichten Dr. Martin Brown und Stephan Pohl, die gemeinsam mit Dr. Peter Martin Unterschriften gesammelt haben.

Etwa 85 Menschen aus den Straßen Schefferfeld, Baunawiesen, Steinbünne und Sandweg haben nach Auskunft der Initiatoren für die Rückkehr der Zone-30 unterschrieben. „Die Leute rasen hier um die Kurve“, sagt Peter Martin und deutet auf den Übergang von der Straße Baunawiesen zum Schefferfeld. Problematisch sei die Situation vor allem für Kinder, weil viele Grundstücke in dem Wohngebiet ohne Gehweg dazwischen an die Fahrbahn grenzten. „Die Kinder laufen direkt auf die Straße“, so Brown. Eine Verkehrsberuhigung, wie es sie bislang gab, sei da angemessen.

„Zunächst dachten wir, dass es sich um ein Versehen handelt“, sagt Pohl über den Zeitpunkt, als die Schilder plötzlich weg waren. „Ich habe bei der Gemeinde angerufen und wollte den Diebstahl anzeigen.“ Doch dann habe sich herausgestellt, dass es sich keineswegs um eine Straftat handelte. Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU) habe den Abbau veranlasst.

Die Bürgermeisterin bekräftigt indes ihr Vorgehen. „Die Schilder sind einfach nicht nötig“, sagt sie. Und: Alle unnötigen Verkehrszeichen auf Gemeindegebiet lasse sie nach und nach einsammeln. „An acht Punkten haben wir sie schon weggenommen.“ Unterstützt werde sie in ihrer Auffassung auch vom ADAC und der Polizei, betont Gimmler.

Das bestätigt Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. „Es spricht nichts dagegen, dass die 30er-Zonen abgebaut wurden“, sagt er. Es bestehe keine sachliche Notwendigkeit. „Aus polizeilicher Sicht können wir das nicht kritisieren.“

Die Situation in Elgershausen scheint inzwischen festgefahren. Ein Gespräch zwischen den Intiatoren der Unterschriftenaktion und der Rathausspitze hat nach Angaben der Anwohner keinen Erfolg gehabt.

Die Bürgermeisterin bleibt bei ihrer Position. „Ich nehme die Unterschriftenlisten nicht ernst“, ergänzt Gimmler und verweist auf die Tatsache, dass dort nicht nur Erwachsene sondern auch Jugendliche unterschrieben hätten.

Von Sven Kühling

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