Teiche, Grünschnitt, Sicherheit

Anwohner des Baunsberg-Parks beklagen alte und neue Mängel

Behälter am falschen Platz: Miroslav Slinko (links) zieht einen Kotbeutel aus der Hundestation am Spielplatz. Der Standort sei schlecht gewählt, meinen Hardi Scheuch ((mit Hund) und Sven Lachmund (rechts). Die Kinder spielten mit den Tüten im Sand. Fotos:  Dilling

Baunatal. Die Beschwerden über den Zustand des Altenbaunaer Baunsberg-Parks, die sich in der Vergangenheit an im Sommer verlandenden Teichen entzündet haben, nehmen kein Ende. Montag trafen sich dort rund 30 Bürger, um auf die Missstände hinzuweisen.

Doch inzwischen ist es nicht nur der Zustand der Teiche, der Anwohner empört. Die Stadt kümmere sich insgesamt zu wenig um die Grünanlage, es gehe auch um die Sicherheit der Kinder, lautet der Vorwurf. „Es ist traurig anzusehen, wie Hervorragendes durch Nichtbeachtung kaputtgeht“, sagte Anwohner Hardi Scheuch. Der Zustand des Sees und der Teiche im Park verschlimmere sich ständig. „Da sind Fische elendig zugrunde gegangen“, sagt Sven Lachmund. Die Gewässer hätten viel zu wenig Wasser, es liege Müll herum, und spielende Kinder könnten wegen des Wildwuchses kaum erkennen, wo das Wasser beginnt. Die Stadt solle endlich für einen vernünftigen Zulauf von der Baunsberg-Quelle sorgen.

Daneben listen die Anwohner noch weitere Mängel auf, darunter den ihrer Ansicht nach unzureichenden Rückschnitt von Grünzeug.

• Die Stufen am steilen Aufgang der Riesenrutsche im Park seien ausgewaschen, Holzbalken teilweise gesplittert. Das sei gefährlich für Kinder.

• Neben dem Dino-Spielplatz rage ein scharfkantiges Stahlrohr aus dem Grün, eine gefährliche Stolperfalle.

Müll im Gestrüpp: Das Seeufer ist zugewachsen.

• Die Kinderwippen seien in marodem Zustand, defekte Spielgeräte seien abgebaut, aber nicht ersetzt worden. Das gelte auch für einen Hundekot-Beutelspender. Die übrigen Behälter und die Mülleimer seien an ungünstigen Stellen installiert worden. Deshalb liege Müll herum.

• Bänke und Aussichtsplattform am Autobahnwall wüchsen mit Gestrüpp zu, ebenso vereinzelt Spielgeräte.

•  Tempo 30 auf dem benachbarten Ahornweg sei zu viel. Die Anwohner fordern für die Sicherheit der Kinder dort einen verkehrsberuhigten Bereich. Und: Ein Schleichweg am Rand des Parks müsse mit Pollern gesperrt werden.

Der Protest der Anwohner hat laut Lachmund schon Wirkung gezeigt. Gestern mähten städtische Arbeiter Flächen bei einem Teich.

Rathaus: Nur ein Teil der Beschwerden berechtigt

Die Stadt Baunatal werde auf die Beschwerden der Anwohner reagieren, soweit diese berechtigt seien, sagt Pressesprecher Roger Lutzi. Schon gestern sei mit dem Grünschnitt von Flächen begonnen worden. Im Herbst werde der Zulaufgraben zu den Teichen geräumt und das wuchernde Schilf an den Gewässern zurückgeschnitten. Außerdem sei es richtig, dass der Aufgang zur Riesenrutsche teilweise nicht mehr in Ordnung sei.

Ausgewaschene Treppe: Emilia (3) hat Mühe beim Klettern.

Schon 2010 habe man fünf Stufen instand gesetzt. Dieses Jahr werde man weitere fünf bis zehn Stufen, die ausgewaschen sind, reparieren. Schließlich werde man auch die Stolperfalle am Dino-Spielplatz beseitigen. Im Übrigen weist der Pressesprecher die Kritik der Bürger zurück. Der Baunsberg-Park sei weit davon entfernt zu verwahrlosen. Die Teiche seien von vornherein als Feuchtbiotop und nicht als Fischgewässer geplant gewesen. Wechselnder Wasserstand sei normal. Die Fische seien schon 2008 in den Leiselsee umquartiert worden.

Auch der Verzicht auf Grünschnitt im Hangbereich und am See sei gewollt, diese Bereiche seien wertvolle Biotope. Spielgeräte seien bis auf eines nicht abgebaut worden. Die Geräte würden regelmäßig auf Sicherheit kontrolliert. Mülleimer und Hundebeutel-Stationen seien in Absprache mit den Anwohnern so platziert worden. Da sehe man keinen Änderungsbedarf, so Lutzi.

Am Ahornweg werde man keine verkehrsberuhigte Zone einrichten, da es dort nur Anwohnerverkehr gebe und Parkflächen wegfallen müssten. Von Schleichverkehr auf dem landwirtschaftlichen Weg am Parkrand sei der Stadt nichts bekannt. Man sehe keinen Handlungsbedarf. (pdi)

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