Trotz Ablehnung in Gemeindeparlament bessere Anbindung an Bushaltestelle gefordert

Anwohner beharren auf Weg

Steil und brandgefährlich: Heinrich Rudolph steht am Fuß des Pfads, der von der Haltestelle zum Wohnquartier „An der Schanze“ führt. Nur mit Mühe erklimmt der Rentner die Steigung. Fotos: Dilling

Niestetal. Die Gemeindevertretung hat jüngst den Antrag der Grünen-Fraktion zum Bau eines Verbindungswegs vom Wohnquartier „An der Schanze“ zur Bushaltestelle „Waldstraße“ in Sandershausen mit dem Hinweis abgelehnt, das Projekt verursache unverhältnismäßig hohe Kosten bei relativ geringem Nutzen. Gegen diese Entscheidung regt sich nun Widerstand auf Seiten der betroffenen Anwohner. Er empfinde das Verhalten der Gemeinde angesichts des Millionenüberschusses im Niestetaler Haushalt als „kleinlich“, sagt Heinrich Rudolph.

„Man fühlt sich als älterer Mensch wie abgeschnitten vom Dorf.“

heinrich rudolph

Der Rentner, der mit seiner Frau am Ende der Straße „An der Schanze“ wohnt, hat die von dort wohl nur 50 Meter entfernte Bushaltestelle Waldstraße im Blick. Doch der kürzeste Weg zum Bus führt steil hinunter über einen unbefestigten Pfad, der mit Felsbrocken gespickt und glitschig ist. Für Menschen, die sehr schlecht zu Fuß sind, ist er nicht zu bewältigen. Daher müssen die zumeist älteren Anwohner des Quartiers einen gut 200 Meter langen, ebenfalls steilen Umweg über die Waldstraße machen. Für viele Senioren sei diese Strecke einfach zu lang. „Man fühlt sich deshalb als älterer Mensch wie abgeschnitten vom Dorf“, sagt Rudolph.

Vor zehn Monaten hatten rund zwei Dutzend Anwohner eine Petition für den Ausbau des vorhandenen kurzen Pfads zur Haltestelle Waldstraße eingereicht. Rudolph ist Wortführer der Anwohner, die selbst gegenüber der Zeitung lieber nicht namentlich auftreten wollen. Einer von ihnen sagt, der Ausbau des Wegs komme ja nicht nur den Senioren im Wohnquartier zugute. Auch Schulkinder nähmen die Abkürzung über den steilen Pfad und seien in Gefahr, dort zu stürzen. Rudolph weist darauf hin, dass die zumeist schon ins Rentenalter gekommenen Erstbewohner des Quartiers ja einmal von jungen Familien abgelöst werden sollen. Dann müsse die Gemeinde doch auch für diese für eine attraktive Anbindung an die Haltestelle sorgen. Außerdem binde der geforderte Weg das Wohnquartier an den Hohlweg und den Schmugglerpfad und damit an ein beliebtes Wandergebiet Sandershausens an. Eine Treppe, wie sie in der Nähe bereits zur Waldstraße hinaufführe, reiche aus, meint Rudolph.

Kosten überzogen

Der Rentner hält die Kostenschätzung der Gemeinde von 80 000 Euro für weit überzogen. Eine Treppe mit Geländer, wie sie weiter oben am Ende der Waldstraße schon vorhanden sei, reiche aus. Denn Senioren mit Rollator könnten den Höhenunterschied sowieso nicht überwinden. (pdi)

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