Sonnenstrom-Systeme an ehemaligen Richter-Hallen in Lohfelden

Anwohner ärgern sich über neue Solarbäume

+
Solarbäume an alten Industriehallen: Anwohner stören sich an dem Anblick der Solaranlage an den ehemaligen Richter-Hallen, der Zufahrt zur Ortsmitte von Lohfelden. 

Lohfelden. Der Ortsteil Crumbach sorgt erneut für Gesprächsstoff: Nur wenige Wochen nach der Errichtung des „Roten Turms“ an der im Bau befindlichen Feuerwehr-Zentrale sorgen „Solar-Tracks“ an den Richter-Hallen an der Langen Straße für Aufregung.

Anlieger und Bürger trauten ihren Augen nicht, als Mitarbeiter des Unternehmens Kirchner-Solar (Alheim) die nach ihrer Auffassung zu groß dimensionierten Nachführsysteme für die Gewinnung von Strom aus Sonnenlicht jetzt an der Außenwand des geplanten Zentrums für Erneuerbare Energien (ZEED) anbrachten. „Ich dachte an Hubschrauberlandeplätze“, sagte ein Anwohner, der von der Crumbacher Straße auf die stählernen Riesen blickt.

Die sieben Solarbäume sind Teil des Gesamtkonzepts der Kirchner-Gruppe für die Sonnenstromgewinnung im Bereich der ehemaligen Richter-Hallen. Im vergangenen Jahr wurden alle Hallendächer und ein neues Vordach komplett mit Fotovoltaik-Modulen belegt. Jetzt folgten die sieben nachgeführten Systeme, die sich durch eine automatische Steuerung jeweils nach der Sonne ausrichten.

„Wir können mit den Anlagen auf den Richter-Hallen jährlich mehr als 1 Million Kilowattstunden elektrische Energie für 300 Haushalte in Lohfelden erzeugen“, hatte Geschäftsführer Lars Kirchner jüngst in der Gemeinde informiert. Er habe die Fotovoltaikflächen auf den Dächern der Richter-Hallen an 260 Einzelkunden aus Lohfelden und Umgebung verkauft.

Baurechtliche Probleme hat das Unternehmen aller Voraussicht nach nicht zu befürchten: Der Landkreis Kassel bestätigte auf Nachfrage der HNA, dass für die gesamte Fotovoltaikanlage im Bereich der Richter-Hallen im August 2012 eine Baugenehmigung erteilt worden sei. Die Gemeinde Lohfelden habe keine Bedenken geäußert, sagte Kreissprecher Harald Kühlborn.

Hintergrund: Mehr Energie durch Nachführsysteme

Wer Solarmodule der Sonne nachführt, hat einen um bis zu 40 Prozent höheren Ertrag als mit fest installierten Modulen, sagen Fachleute. Den höchsten Ertrag liefert eine Solaranlage, wenn die Sonneneinstrahlung senkrecht auf die Solarmodule auftrifft. Um dies zu erreichen, kann man die Module mithilfe eines Nachführsystems im Tagesverlauf nach dem Sonnenstand ausrichten.

Bei zweiachsigen Systemen, die auch von der Kirchner-Solar-Group angeboten werden, werden die Solarmodule stets optimal zur Sonne hin ausgerichtet. Das wird auch durch eine präzise astronomische Steuerung erreicht. (ppw)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.