Ortsdurchfahrt in Vollmarshausen um bis zu einem Meter zurückgebaut – Probleme für Lkw in engen Kurven

Anwohner: Straße ist zu schmal

Über die Mittellinie: Unser Foto von der Welleröder Straße in Vollmarshausen zeigt, dass eine Fahrbahnhälfte für den Gelenkbus in der engen Kurve nicht ausreicht. Bei Gegenverkehr weichen Busse und Lkw daher auf den Bürgersteig aus. Fotos: Wohlgehagen (2), Archiv / nh (1)

Lohfelden. Eine makellose Asphaltdecke, rot gepflasterte breite Gehwege auf beiden Straßenseiten und nostalgische Lampen: Die vor vier Jahren aufwendig sanierte Ortsdurchfahrt in Vollmarshausen sieht aus wie neu. Aber:

Die von den Planern damals durchgesetzte Verringerung der ursprünglichen Straßenbreite von sieben Meter um bis zu einem Meter sorgt heute für erhebliche Probleme im Begegnungsverkehr. Besonders in den Kurven wird es eng: Busse oder Lkw müssen bei einem Zusammentreffen zwangsläufig auf die Gehwege ausweichen.

Anwohner sprechen von einer Fehlplanung und sorgen sich um die Sicherheit ihrer Kinder. Sie beklagen außerdem, dass sich die von ihnen mitbezahlten Gehwege durch die Last der Busse bereits abgesenkt haben.

Nach einem Ortstermin im Mai hat das Straßenbaumanagement Hessen Mobil die bisher fehlende Mittelmarkierung inzwischen aufbringen lassen. Das hat nach Meinung von Anwohnern aber nicht viel bewirkt. „Wenn sich zwei Busse begegnen oder ein Lkw der Tankbaufirma aus dem Nachbarort beteiligt ist, steht der Verkehr still“, sagt Michael Meng. Der 35-jährige Familienvater lässt seine Kinder nicht mehr vor der Tür spielen.

Hohe Kostenbeiträge

Von den Busfahrern liegen zurzeit keine Klagen vor, sagt die KVG auf Anfrage der HNA. Schäden durch das Ausweichen der Busse auf die Gehwege habe man bisher nicht erkannt, so der Sprecher der Städtischen Werke, Ingo Pijanka. Das beruhigt Anwohner Uwe Kersten nicht: „Wenn ein Gelenkbus auf den Gehweg ausweicht, hat man als Fußgänger schlicht Pech gehabt“, sagt der Logistikangestellte.

Verärgert sind Anwohner auch über die doppelt so hoch ausgefallenen Kostenbeiträge für den Gehwegausbau. Zudem sei die Reduzierung der Geschwindigkeit auf 30 km/h abgelehnt worden, heißt es. Anwohnerin Heidemarie Zündel (65) beklagt die Parkplatzsituation vor ihrem Haus. Seit der Anordnung eines Halteverbots seien die privaten Stellflächen ständig zugeparkt. Sie vermisse Parkplätze im öffentlichen Bereich, sagt die Rentnerin.

Was soll geschehen? Das Bauamt Lohfelden verweist auf das Straßenbaumanagement Hessen Mobil. Dessen Sprecher Horst Sinemus spielt den Ball jedoch gleich wieder zurück: Die Gemeinde habe die Planung für die Welleröder Straße beauftragt. Bürgermeister Michael Reuter (SPD) lenkte im zweiten Anlauf schließlich ein. Er werde im Januar alle Beteiligten erneut an den Tisch holen, versprach der Verwaltungschef.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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