Noch kein flächendeckendes Tempolimit in Schauenburg – Auch Zweifel an Nutzen von Schildern

Anwohner warten auf Tempo 30

Tempo-30-Regelung in Elgershausen: Das Bild zeigt die Einfahrt zur Straße „Steinbünne“ von der Korbacher Straße. Fotos:  Wohlgehagen

Schauenburg. In allen Schauenburger Wohngebieten soll Tempo 30 gelten. Das hatte die Gemeindevertretung im Oktober 2013 auf Initiative der Grünen beschlossen. Aber noch ist die flächendeckende Umsetzung nicht erfolgt.

„Aufgrund der längeren vorläufigen Haushaltsführung und der dadurch nicht möglichen Beschaffung von Schildern ist die Maßnahme noch nicht abgeschlossen“, sagte Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU). Mit der Umsetzung sei jedoch in Wohnstraßen an der Korbacher Straße in Elgershausen begonnen worden. Weitere Schilder sollen im Rahmen der Arbeitsmöglichkeiten des Bauhofs zeitnah aufgestellt werden, so die Verwaltungschefin.

Ursula Gimmler wollte den Parlamentsbeschluss eigentlich nur mit Hinweisen an den Ortseingängen umsetzen. Davon sei sie aus rechtlichen Gründen abgerückt, sagte die Verwaltungschefin. Die Gemeindeverwaltung werde sich aber darauf beschränken, in den noch ausstehenden sechs Wohnquartieren (außer Elmshagen) die nach der Straßenverkehrsordnung vorgesehenen Tempo-30-Schilder aufzustellen. Zusätzliche Beschriftungen auf der Fahrbahn soll es laut Gimmler aus Kostengründen erst einmal nicht geben. Die jetzt entstehenden Kosten für die Beschaffung und Aufstellung der neuen Schilder führen ohnehin schon zu einer überplanmäßigen Ausgabe in vierstelliger Höhe, sagte die Bürgermeisterin der HNA.

Tempo 30 wurde in Schauenburg bereits in den 1990er-Jahren flächendeckend eingeführt. Wo die Schilder nicht mehr erforderlich waren, wurden sie laut Ursula Gimmler wieder abgebaut oder nicht mehr ersetzt. „Sparen fängt beim Kleinen an“, ist die Devise der Bürgermeisterin, die keinen Hehl daraus macht, dass für sie weniger Schilder mehr seien: „Vor allem, wenn ihre Sinnhaftigkeit auch vom ADAC infrage gestellt wird.“ Den Beschluss des Parlaments werde sie natürlich pflichtgemäß umsetzen, versicherte die Verwaltungschefin.

Aus der Bürgerschaft gibt es unterschiedliche Kommentare zu Tempo-30-Zonen. „Die Schilder haben uns eigentlich nicht allzu viel gebracht“, es werde weiterhin zu schnell gefahren, sagte der VW-Mitarbeiter Marco Reckmann (38), Anwohner der Straße Wahlgemeinde / Am Wiesengrund in Hoof. In der Straße Schefferfeld in Elgershausen wird das Handeln der Gemeindeverwaltung hingegen „dringend erwartet“. Die Anwohner, die auch schon mit Unterschriftenlisten aktiv waren, behelfen sich hier noch mit selbst angefertigten Schildern. „Wegen der kleinen Kinder sollte man hier die 30-Kilometer-Zone schnell wieder ausschildern“, forderte die Studentin Nina Tödtloff während eines Gesprächs mit unserem Mitarbeiter. (ppw) HINTERGRUND

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