Auebad als Konkurrenz

Aqua-Park in Baunatal: Erstmalig unter 100.000 Gäste

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Hat zu kämpfen: Der Baunataler Aqua-Park registriert einen deutlichen Besucherrückgang. Das Bild zeigt Bäderleiter Olaf Seemeyer an dem Becken des Sportbades.

Kreis Kassel. Das Wichtelbrunnen-Bad in Niestetal, das Hallenbad Vellmar und der Aqua-Park in Baunatal profitieren von der Nähe Kassel: Wer am Jungfernkopf oder am Mattenberg wohnt, hat einen kürzeren Weg nach Vellmar oder Baunatal als zum nächsten städtischen Hallenbad. Doch das Auebad ist eine Konkurrenz.

Seit Sommer 2013 hat Kassel mit dem Auebad einen neuen, modernen Publikumsmagnet. Man habe keine Sorge, dass dieses Bad viele Gäste aus den eigenen Schwimmbecken wegsauge, heißt es aus den drei Gemeinden. Doch die Besucherzahlen sprechen teilweise eine andere Sprache. Die Kreis-Bäder schwanken zwischen Stabilität und Schwäche. Mit deutlichem Besucherschwund hat der Aqua-Park in Baunatal zu kämpfen.

„Eine merkliche Abwanderung Kasseler Badegäste in das neue Bad ist laut unserer Postleitzahlenauswertung …nicht zu verzeichnen“, sagt Thomas Briefs, Sprecher der Stadt Baunatal. Doch erstmals seit vielen Jahren sind die Gästezahlen in Baunatal unter die Grenze von 100.000 gefallen. Nur rund 98.000 Schwimmer besuchten 2013 den Aqua-Park. Zum Vergleich: 2006 kamen noch rund 137.000 Besucher. Briefs führt das vor allem auf eine „durchwachsene Wetterlage“ im August und eine revisionsbedingte zweiwöchige Schließung. Auch bundesweit seien Hallenbäder weniger gefragt.

Einen geringeren Rückgang hatte das Wichtelbrunnen-Bad in Niestetal seit der Eröffnung des Auebads zu verzeichnen. Kamen 2012 von September bis Dezember noch 20 706 Besucher, so waren es im gleichen Zeitraum 2013 nur 19.630. „Wir hatten keinen Einbruch“, sagt Erster Beigeordneter Werner Nicolaus. Das Auebad spreche eine andere Klientel an. „Wir sind mehr als Familienbad ausgerichtet. Jugendliche und Schwimmsportler suchten eher ein Erlebnisbad auf. Familien mit kleinen Kindern fühlen sich in unserem Bad sehr wohl“, erklärte er. Wie es mit der sanierungsbedürftigen Niestetaler Schwimmhalle weitergehen soll, stehe noch nicht fest.

Auch die Stadt Vellmar sieht momentan keinen Grund, sich wegen des Auebads Gedanken zu machen. „Wir beobachten die Situation“, sagt Hauptamtsleiter Stephan George. Trotz des Besucherrückgangs von über 85.000 Gästen in 2012 auf nur noch rund 80.000 Schwimmer in 2013 sieht George die Lage als stabil an. Man pendele immer um die 80.000 Besucher. Vergangenes Jahr habe man ein schwaches erstes Quartal und eine sechswöchige - statt der üblichen dreiwöchigen - Schließung im Sommer gehabt. Nach der Inbetriebnahme des Auebads habe man sogar mehr Besucher in Vellmar gezählt als im Vorjahr. Wer nur Schwimmen wolle suche das Vellmarer Bad auf. Wermehr verlange, gehe ins Erlebnisbad, sagt George. Mit Aqua-Fittness, einer verbesserten Gastronomie und einer engen Zusammenarbeit mit Vereinen und dem privaten Saunabetrieb im Bad habe man die Attratkivität steigern können.

Von Peter Dilling

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