Zahl der Badegäste geht zurück, Kosten steigen – Stadtwerke suchen nach Auswegen und neuen Angeboten

Im Aqua-Park versinkt das Geld

Baunatal. Die Besucherzahlen im Baunataler Aqua-Park gehen stetig zurück, von annähernd 230.000 Gästen im Rekordjahr 2009 auf nunmehr knapp 180.000. Zugleich steigen die Kosten, zum einen wegen sinkender Einnahmen, zum anderen wegen steigender Energiepreise.

Mit einem Zuschuss von 1,65 Millionen Euro aus der Rathauskasse kalkulieren die Stadtwerke 2012. In jüngerer Vergangenheit waren es je 1,5 Mio. Euro.

Die Stadt sucht nun mithilfe der Uni Kassel nach Wegen, die Kosten zu bremsen. Insgesamt erfordert der Betrieb des Komplexes aus Freizeit- und Sportbad jährlich 2,5 Mio. Euro. Das Außenbecken in der kalten Jahreszeit vorübergehend zu schließen (ab 9. Januar wieder der Fall), ist ein erster Schritt zum Sparen.

Die Ausgangssituation laut Erster Stadträtin Silke Engler-Kurz, zu deren Dezernat die Stadtwerke als Betreiber des Aqua-Parks gehören: Das Bad ist am Wochenende voll, doch wochentags lässt die Besucherzahl vor allem an den Nachmittagen zu wünschen übrig. Als eine von mehreren Ursachen wird vermutet: Kinder gehen heute tagsüber länger zur Schule, dadurch ziehen sich auch Vereinsaktivitäten bis in den Abend. Hingegen liefen Frühschwimmen und Kurse für Kleinkinder gut, sagt Engler-Kurz. Sie listet Fragen auf, die es in nächster Zukunft zu beantworten gilt.

• Inwiefern hat sich das Freizeitverhalten der Menschen verändert?

• Wären andere Öffnungszeiten sinnvoll? Sollten sie erweitert werden? Macht es Sinn, an bestimmten Nachmittagen zu schließen?

• Muss die Angebotspalette geändert werden?

• Soll die Stadt die schlechtere Nutzung und das daraus resultierende Defizit akzeptieren?

• Wo liegt, finanziell gesehen, die Belastungsgrenze?

Über das und mehr müsse man ergebnisoffen nachdenken, sagt Engler-Kurz. Zumindest beim Thema Freizeitverhalten sollen Untersuchungen von Studenten der Universität Kassel die Überlegungen unterstützen. Stadt und Uni wollen gemeinsam eine Fragebogenaktion in den Orten im Einzugsbereich des Bads starten. Welche das sind, registriert das Kassensystem des Aqua-Parks, indem es Postleitzahlen speichert. Dadurch weiß man zum Beispiel, dass zwischen 30 und 40 Prozent der Gäste aus der Stadt Kassel, die anderen aus Baunatal und weiteren acht Kommunen kommen.

Ziel in Baunatal sei, etwas zu bieten, was es anderswo nicht gebe, sagt Engler-Kurz. Jedem Bad seine Besonderheit – diese Devise sehe man als Erfolg versprechend an.

Hintergrund: Sportbad nur drei Monate öffentlich

Das Freizeitbad genannte Hallenbad und das Sportbad des Aqua-Parks werden parallel betrieben. Neun Monate im Jahr bleibt das Sportbad Schulen und Vereinen vorbehalten, im Juni, Juli und August dient es als Freibad. Dafür wird das mobile Dach weggeschoben.

Im schlechten Sommer 2011 war es gut, das Freizeitbad als Alternative zu haben, sagt Erste Stadträtin Silke Engler-Kurz. In besseren Jahren war das Sport- beziehungsweise Freibad stärker gefragt.

Problem des Sportbads ist indes, dass es ein Viertel der Kosten des Aqua-Parks – gut 800 000 Euro – verschlingt, aber wegen der kostenlosen Nutzung durch Schulen und Vereine nur fünf Prozent der Einnahmen bringt. (ing)

Öffnungszeiten Aqua-Park in Altenbauna, Altenritter Straße 41: Montag 12 bis 20 Uhr, Dienstag bis Sonntag 8 bis 20 Uhr; Eintritt für drei Stunden: Erwachsene 4,20 Euro, bis 17 Jahre 3 Euro, Jüngere frei.

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