Diakonisches Werk Kassel sieht die Integration des Bildungsträgers Vabia auf einem guten Weg

Arbeit gibt es auf vielen Baustellen

Vabia-Verwaltungszentrale in Vellmar: Das Fachwerkgebäude soll nach den Plänen des Diakonischen Werks von den Mitarbeitern des mobilen sozialen Dienstes von Vabia, der fortgeführt wird, genutzt werden. Fotos: Dilling

Vellmar / Kassel. Der Countdown für die geplante Übernahme des freien Bildungsträgers Vabia durch das Diakonische Werk (DW) Kassel läuft: In dreieinhalb Monaten übernimmt das DW den Vellmarer Verein. Vabia soll aber als Markenzeichen im Diakonischen Werk erhalten bleiben. DW-Geschäftsführer Pfarrer Gerd Bechtel sieht den Integrationsprozess auf gutem Weg. „Vabia wird durchstarten“, sagt er. Der Bildungsträger hatte bekanntlich vor drastisch zurückgehenden Fördergeldern für soziale Maßnahmen kapituliert und sich entschlossen, unter das größere Dach des Diakonischen Werks zu schlüpfen.

20 Arbeitsplätze

An der Übernahme hängen eine Reihe von Fortbildungs- und Ausbildungsprojekten, die Vabia bisher für viele Jugendliche in der Region organisierte, und mehr als 20 Arbeitsplätze. Der Verein sei momentan in zahlreichen Verhandlungen mit Vertragspartnern über die Fortführung bestehender Programme, sagte dessen Geschäftsführer Michael Kurz auf Anfrage. „Wir bearbeiten parallel alle Ebenen“, erklärte er. An den Projekten hängt auch das berufliche Schicksal von gut einem Dutzend Mitarbeitern, die nur Zeitverträge bei Vabia haben. Die seien auf Anschlussprojekte angewiesen, erklärte Bechtel. Zeitgleich würden Gespräche mit Mitarbeitern geführt.

„Vabia wird wieder durchstarten.“

Gerd Bechtel

Aus der Vabia-Buchhaltung habe eine Mitarbeiterin eine neue Stelle in der evangelischen Landeskirche gefunden. Es sei sein Ziel, mit den Vabia-Beschäftigten schon vor dem Übernahmetermin die berufliche Zukunft vertraglich zu klären, sagte Bechtel. Es werde auch noch eine Stelle im DW intern ausgeschrieben, auf die sich Vabia-Mitarbeiter bewerben könnten.

Auf der Vabia-Internetseite hat Bechtel noch für dieses Jahr ein neues Bildungsprojekt in Kooperation mit dem Volkswagenwerk und der Freiherr-vom-Stein-Schule in Immenhausen angekündigt. Details will er dazu nicht nennen, es gebe noch Gespräche. Kurz plant daneben ein Fair- play-Projekt mit Jugendlichen nach dem Vorbild der „Freestyle-Halle“ im Wesertor in Kassel. „In trockenen Tüchern ist das aber noch nicht“, sagt er. Das gelte auch für die Idee, mit Jugendlichen ein Boot an der Fulda zu bauen. Da sei man auf der Suche nach Stiftungsgeldern für die Materialkosten.

Gut sieht es nach Angaben von Bechtel für die Fortsetzung der offenen Jugendarbeit in Vellmar und Helsa aus. Die Bürgermeister hätten signalisiert, dass sie mit der bisherigen Arbeit von Vabia zufrieden seien. Klar ist dagegen, dass der Vabia-Zweckbetrieb „Bauhelfer“ eingestellt wird.

Auch für den Vabia-Standort Kaufungen stehen die Zeichen eher auf „Aus“. Man verhandele derzeit noch über den Mietpreis des Objekts. Wenn es da zu keiner Einigung komme, werde man den schulischen Bildungsbereich am Standort Spohrstraße in Kassel konzentrieren, sagte Kurz.

Von Peter Dilling

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