Friedenskirche wird 130 Jahre alt: Gemeinde macht Angebote für Jung und Alt

Arbeit für religiöse Heimat

Vorfreude auf das Kirchenjubiläum: Pfarrer Dirk Muth (von links), Küsterin Hiltrun Daume und Kirchenvorstandschefin Inge Heinze bereiten es vor. Fotos: Dilling

Baunatal. Schon vor 130 Jahren, als die Friedenskirche an Stelle der baufällig gewordenen Bonifatius-Kapelle im damaligen Dorf Altenbauna mit viel Eigenleistung von Gemeindemitgliedern errichtet wurde, war die Geldnot der Gemeinde immer ein Thema. Sogar den Kaiser baten die Altenbaunaer um Spenden, allerdings vergeblich.

Auch heute sei die Friedenskirche keine reiche Gemeinde, sagt Pfarrer Dirk Muth, während er in seinem frisch gestrichenen Gotteshaus steht. Sie ist auf die Spendenbereitschaft ihrer Mitglieder angewiesen. Schon die vor fünf Jahren abgeschlossene Innenrenovierung hat 100 000 Euro gekostet.

Und schon wieder müssen Pfarrer und Kirchenvorstand an die Großzügigkeit der Altenbaunaer Gläubigen appellieren. Das Dach über dem Choranbau wird nicht mehr lange halten, die Schindeln werden marode. In einigen Jahren müsse auch das Dach des Kirchenschiffs neu gedeckt werden, sagt Muth. Das kostet insgesamt wohl 200 000 Euro. An Spenden seien bereits wieder 13 000 Euro zusammengekommen. Das Gemeindefest zum Jubiläum am Wochenende ist eine Gelegenheit, noch einmal an die Spendabilität der Gläubigen zu appellieren.

Nicht nur das Gotteshaus selbst verändert sich, auch die Gemeinde unterliegt einem stetigen Wandel. Früher war die Friedenskirche eine Dorfkirche für 400 Seelen. Heute hat sie 3550 Gemeindeglieder mit ganz unterschiedlichem sozialen und kulturellen Hintergrund.

Es waren auch schon einmal wesentlich mehr Gläubige. Die Kirche hat vor 50 Jahren beim Bau des Volkswagenwerks vom Zuzug der Arbeiter profitiert, die sich in Baunatal niedergelassenen haben. Doch von denen sind viele schon in Rente.

„Die Gemeinde ist älter geworden“, sagt Muth. Gab es in den 1980er-Jahren noch über 130 Konfirmanden pro Jahr, so ist die Zahl jetzt auf 30 geschrumpft. Taufen gab es vor 50 Jahren auch fünfmal mehr als heute. Dafür hat sich die Zahl der Beerdigungen mehr als verdoppelt.

Hinzu kommt die hohe Fluktuation in der Gemeinde. An die 200 Begrüßungsbriefe schreibt Muth pro Jahr. Dafür ziehen andere weg.

Die Gemeinde gibt sich Mühe, Jungen wie Älteren so etwas wie eine religiöse Heimat zu bieten und dabei schon die künftige Generation von Kirchgängern im Blick: Es gibt Krabbelgruppen, die Kinderkirche und den Krabbelgottesdienst. Seit einem guten halben Jahr kümmert sich eine Gemeindepädagogin um die religiöse Früherziehung.

Neben dem Kirchenzentrum Bornhagen ist der Leiseltreff an der Dürerstraße die Drehscheibe für Begegnung. Dort gibt es eine Vielzahl von Freizeitangeboten.

Von Peter Dilling

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