Arbeiten für Hochwasserschutz in Guntershausen kurz vor Abschluss

Hier wird noch gebaggert: Das Bachbett der Bauna wird in Guntershausen teilweise aufgeweitet. Auf der linken Seite schützen künftig Natursteine und neue Betonwände die Grundstücke vor möglichen Wassermassen. Fotos: Kühling

Baunatal / Schauenburg. „Bei Starkregen geht das ganz schnell hier", sagt Jörg Siebert. „Dann steht das Wasser meist direkt an der Grundstücksgrenze." Der 53-Jährige wohnt in einem Haus an der Wassermühle unmittelbar an der Bauna in Guntershausen.

Er kennt die Tücken des Baches, der ein Stück weiter unterhalb in die Fulda mündet.

Seit Juli laufen umfangreiche Sicherungsarbeiten im Ort, die eingebettet sind in das Hochwasserschutzprogramm der Kommunen Baunatal und Schauenburg.

Der Verband für Hochwasserschutz Baunatal-Schauenburg investiert 1,1 Millionen Euro in viele kleinteilige Umbauarbeiten in Guntershausen. 700.000 Euro kommen als Zuschuss vom Land Hessen. Eigentlich sollten die Arbeiten am Bachbett bereits Mitte Oktober abgeschlossen sein. Laut Stadtsprecher Thomas Briefs ist nach derzeitigem Stand erst Anfang, Mitte Dezember mit dem Abschluss zu rechnen. Warum sich die Bauarbeiten verzögern, beantwortet der Sprecher indes nicht. Einzelheiten, so sagt er, könne das Baunataler Rathaus erst nach einem Ortstermin am heutigen Mittwoch nennen.

Drei Fußgängerbrücken sollen insgesamt abgerissen werden, weil sie bei Starkregen zu wenig Wasser durchlassen und sich Äste und Geröll davor stauen. An diesen Stellen tritt das Wasser über die Ufer. Eine Brücke ist bereits weg, eine neue liegt im Bereich des Baunaviaduktes. Allerdings fehlen noch die Seitenteile. An anderen Stellen gibt es neue Schutzmauern, die die Grundstücke vor Wasserfluten schützen sollen. In anderen Bereichen wurde das Bachbett aufgeweitet, sodass das Wasser einfach mehr Platz bekommt.

Neuer Nebenarm 

Anwohner Jörg Siebert geht davon aus, dass sich die Eingriffe lohnen. „Das macht viel aus. Das hilft schon hier“, sagt er und deutet auf den Bauna-Abschnitt vor seinem Haus. Dort haben die Experten quasi einen neuen Nebenarm geschaffen, der bei starkem Regen Wasser aufnehmen kann.

Wassermassen: Ebenfalls im Sommer 2013 trat die Bauna über die Ufer. Zu sehen ist hier der Bereich, an dem auch Jörg Siebert wohnt (Foto oben). Foto: privat / nh

In Erinnerung ist vielen Baunatalern und Schauenburgern noch das Hochwasser aus dem Jahr 1992. Dabei wurden auch Teile von Guntershausen überflutet. Mit dem umfangreichen Hochwasserschutz, der vor allem mit Millionen der EU realisiert wurde, soll das künftig nicht mehr passieren.

Nach Angaben der Planungsfirma agc Wasser GmbH aus Kassel sollen künftig maximal 57 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in Guntershausen überhaupt ankommen. Rückhalte im Oberlauf der Bauna - wie die Polder Schefferfeld und Katzenmühle bei Elgershausen - sollen einen Großteil des Wassers zurückhalten.

Dass sich die Arbeiten in Guntershausen nun ein wenig verzögerten, habe keinen besonderen Grund, sagt Planer Prof. Klaus Röttcher vom Büro agc. Das habe sich durch Kleinigkeiten bei den einzelnen Vorhaben so ergeben. „Manchmal liegt es einfach am Wetter“, so Röttcher.

Von Sven Kühling

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