Auch Wohnungen für Ältere in Baunatal

Arbeiterwohlfahrt und Investor planen Servicezentrum

Aus der Vogelperspektive: Vorn links das Haus mit den 18 Mitwohnungen, rechts das Servicezentrum, hinten die Gebäude mit Eigentumswohnungen.

Baunatal. Gesund hinziehen und weiter in der Wohnung bleiben können, wenn man krank und pflegebedürftig wird: Diese Idee verfolgen Investor Gotthard Fels (GFI Immobilien) und die Arbeiterwohlfahrt Nordhessen im neuen Wohnquartier Am Stadtpark in Altenbauna.

Dafür sollen ab Frühjahr ein Seniorenzentrum und 18 Mietwohnungen gebaut werden. Weitere 23 Eigentumswohnungen errichtet Fels in Kooperation mit BTV Immobilien nebenan. Pachtverträge über 25 Jahre haben Fels und die Awo bereits abgeschlossen. Im April 2013 soll mit dem Bau des ersten Gebäudes begonnen werden. In dessen Erdgeschoss wird die Awo Nordhessen gGmbH (gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung) eine Altenbegegnungsstätte und dazu eine Tagespflege mit 14 Plätzen betreiben. Zudem wird dort die Anlauf- und Beratungsstelle Awo mobil Baunatal/Kassel für häusliche Betreuung und Pflege angesiedelt. Die Altentagesstätte wandert von der Rembrandtstraße ins Stadtpark-Quartier, die Tagespflege wechselt vom nahen Awo-Altenzentrum Am Goldacker an die Altenritter Straße.

Hausgemeinschaften

Auf drei weiteren Etagen sollen drei ambulant betreute Hausgemeinschaften für jeweils zehn Mieter mit Pflegebedarf und/oder Demenz entstehen. Awo-Bezirksgeschäftsführer Michael Schmidt beschreibt es so: Alltagsbegleiter werden für Mahlzeiten und alles andere, was zum normalen Tageslauf gehört, sorgen und nachts in Bereitschaft sein.

Die Mieter sollen ihre Lebensgewohnheiten nicht wesentlich ändern müssen. Denkbar wäre außerdem ein Angebot Nachtpflege im nahen Goldacker-Zentrum.

Im zweiten Haus sollen 18 barrierefreie Seniorenwohnungen entstehen, deren Mieter alle Angebote des Nachbarhauses nutzen oder auch dorthin wechseln können. Vorteil sei, so sagt Schmidt: „Das Vertraute bleibt.“

Angebote für Senioren: In diesem Gebäude im Altenbaunaer Stadtpark-Quartier will die Arbeiterwohlfahrt einen Treffpunkt für Ältere, Beratung, Pflege und weiteren Service sowie darüber drei Hausgemeinschaften für demenzkranke Menschen anbieten. Links vorn verläuft die Altenritter Straße. Computerfotos: Fels Archiekten/nh

Die Wohnungen sind zwischen 45 und 60 Quadratmeter groß und in der Mehrzahl für eine Person gedacht, bestehen aber aus mindestens zwei Zimmern. Ein zinsverbilligtes Darlehen der Stadt Baunatal ermöglicht, dass die Kaltmiete pro Quadratmeter knapp unter 7 Euro liegen wird. Die Stadt will damit erreichen, dass auch Menschen, die mit ihren Einkünften leicht über der Grenze für Sozialwohnungen liegen, zum Zug kommen.

Wer dort einzieht, muss aber nicht zwingend den Awo-Service nutzen. „Es ist freiwillig“, betont Investor Fels.

Er plant darüber hinaus in zwei Gebäuden direkt an der Bauna Eigentumswohnungen, einmal 13, einmal zehn, mit Flächen zwischen 65 und 110 Quadratmetern. Die Hälfte sei schon verkauft. Die Preise liegen bei 2100 bis 2300 Euro pro Quadratmeter. Wer hier lebt, kann bei Pflegebedarf ebenfalls Leistungen der Awo buchen, jedoch genauso gut einen anderen Anbieter wählen.

Nach einem Jahr Bauzeit, also im Sommer und Herbst 2014, sollen alle Gebäude fertig sein. Fels spricht von einer Investition von zehn Millionen Euro.

Von Ingrid Jünemann

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