Mütter wollen Angebot in Ferien

Arbeitskreis fordert Schulkindbetreuung von Gemeinde Schauenburg – Erster Schritt für Herbstferien geplant

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Schauenburg. Für mehrere junge Familien aus Schauenburg-Elgershausen ist die Frage nach einer Schulkindbetreuung so drängend, dass sie sich seit über einem Jahr in einem Arbeitskreis organisiert haben. Sie fordern von der Gemeinde ein Angebot. Passiert ist bislang wenig.

„Das Frauenbild hat sich gewandelt. Fast alle Mütter arbeiten“, sagt Birgit Seyfarth-Erben zum Hintergrund. Besonders eng wird es für diese Familien in den Ferien. Außerhalb der Ferienzeit gibt es in Schauenburg eine von der Gemeinde organisierte Schulkindbetreuung immerhin bis 16 Uhr. Um den Bedarf in Elgershausen zu ermitteln, hat der Arbeitskreis der Frauen im Januar eine Fragebogenaktion unter den Eltern gestartet. 73 Eltern wünschten sich demnach ein Angebot in den Ferien, 60 sagten Nein.

Drei Wochen im Sommer

Die Mütter fordern nun ein Betreuungsangebot von 50 Prozent – drei Wochen in den Sommerferien und jeweils eine Woche in den anderen Ferien. „Bis jetzt müssen wir alle Tage selbst abdecken“, erläutert Christiane Piesiur. Und Josephine Bartel ergänzt: Und selbst wenn die Eltern ihren kompletten Urlaub opferten, blieben zwei Wochen ohne Betreuung übrig. „Es wäre toll, wenn es ein Angebot geben würde, denn dann weiß man, dass seine Kinder gut aufgehoben sind“, betont Dietrich.

Ursula Gimmler

Schauenburgs Bürgermeisterin Ursula Gimmler (CDU) hält sich mit Zusagen zurück. „Es ist vieles wünschenswert“, sagt sie. Den Wunsch der Berufstätigen Eltern könne sie gut nachvollziehen, weil sie selbst auch mal in dieser Situation gewesen sei. „Ziel soll sein, dass etwas passiert – aber in kleinen Schritten.“

Nach einem ersten Angebot für die vergangenen Herbstferien, das allerdings zu spät bei den Eltern abgefragt worden sei, starte die Gemeinde nun mit einem Angebot in den kommenden Herbstferien, sagt Gimmler. Voraussetzung sei, dass der Gemeindevorstand zustimme. Kosten solle der Betreuungsplatz pro Woche 75 Euro plus 15 Euro für die Mittagsverpflegung.

Außerdem verweist die Verwaltungschefin auf die Ferienspiele der Gemeinde im Sommer als Möglichkeit der Ferienbetreuung. Mit einer zusätzlichen Anlaufstelle würde man dem eigenen Angebot dann Konkurrenz machen.

„Freiwillige Aufgabe“

Die Ferienspiele halten die Mitglieder des Arbeitskreises allerdings nicht für das geeignete Mittel. Schließlich würden die Kinder für die Ferienspiele erst um 9.30 Uhr mit dem Bus abgeholt, sagen sie. „Ich habe mein Kind bis zu diesem Zeitpunkt allein zu Hause gelassen“, berichtet Tine Scholz. „Dabei hatte ich kein gutes Gefühl.“

Die Bürgermeisterin dämpft eine zu hohe Erwartungshaltung. Grundsätzlich sei der Landkreis als Schulträger zuständig, sagt sie. Und: „Das ist für die Gemeinde eine freiwillige Aufgabe. Es ist nicht möglich, wenn wir Geld dazu legen müssen.“ 

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