Aromatisches vom Schäferberg

Espenauer verkauft selbst gerösteten Kaffee

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Hans-Günter Ondraczek in seinem Element: Mit Bohnen, die in der Trommel geröstet werden, will der 62-jährige Schäferberger sich einen festen Kundenstamm schaffen.

Espenau. „Frischer geht's nicht", sagt Hans-Günter Ondraczek und schnuppert genussvoll an einer duftenden Tasse Kaffee. Der 62-Jährige muss es wissen. Denn er hat sich auf das Rösten von Hochlandkaffee spezialisiert.

Seit einem Jahr betreibt der gelernte Fotograf sein Hobby als Geschäft und verkauft seine Produkte in seinem Haus im Espenauer Ortsteil Schäferberg an Kunden aus der Region. Aber auch in die Nähe von Rostock hat er seinen selbst gemachten Kaffee schon verschickt.

Von der Plantage Los Andes der Hacienda Claudina aus Kolumbien kommt zum Beispiel eine Sorte aus 1750 Meter Höhe, die Ondraczek importiert. Er kauft direkt aus einem Lager der Hacienda in Luxemburg. Ohne Zwischenhändler. „Der wird fairer als fair gehandelt“, sagt er. Aus zehn Sorten produziert er 16 Kaffees.

Rohmaterial: Unter anderem aus Kolumbien und Peru bezieht Ondraczek die noch ungerösteten Bohnen.

Unter anderem aus den Bohnen von Kolumbien und Peru wird in der Röstmaschine Ondraczeks ein sogenannter Blend - ein Verschnitt verschiedener Sorten - mit einem ganz speziellen Aroma. „Schäferberger Bohne“ nennt er eine seiner Marken. Zum Basis-Sortiment gehören drei Projekt-Kaffees.

Auf den Kaffee aus der Trommelröstung kam der Fotograf, weil ihm die industriell gefertigte Ware auf den Magen schlug. „Ich bin zwar nicht der große Kaffeetrinker, aber wenn, dann muss er schmecken“, sagte er sich. Sein Erfolgsrezept: In seiner Maschine rösten die Bohnen schonend 15 bis 20 Minuten, während Industriekaffee „bei hohen Temperaturen in nur neun Minuten gefertigt wird“, erläutert Ondraczek. Bei dem Tempo blieben jedoch die sogenannten Chlorogen-Säuren erhalten, die die Magenbeschwerden erzeugten.

Das Geheimnis bei der Verarbeitung des Hochlandkaffees ist, die richtige Balance zwischen langer und kurzer Röstung der Bohnen zu finden. Das macht am Ende auch die persönliche Handschrift des Produzenten aus. „Denn wenn man zu lange röstet, dann ist man kurz vor Braunkohle, der Geschmack ist weg“, weiß Ondraczek

300 bis 400 Kilo Kaffeebohnen pro Monat zu verarbeiten - das ist Hans-Günter Ondraczeks Ziel. Nach dem ersten Jahr liegt er bei 60 bis 70 Kilogramm.

Ansporn dürfte für den Schäferberger Kaffeeröster der Markenname auf einer seiner Mühlen sein: „Mahlkönig“ ist da zu lesen. In der näheren Region dürfte Ondraczek das mit seiner speziellen, das Aroma schonenden Röstmethode schon geschafft haben.

Von Stefan Wewetzer

Verkostung der Kaffeesorten

Einen Tag der offenen Tür veranstaltet Hans-Günter Ondraczek in seiner Privat-Rösterei am Samstag und Sonntag, 17./18. Mai, in seinem Betrieb in Schäferberg Am Walde 5. Geöffnet ist die Rösterei jeweils von 14 bis 18 Uhr.

Die Besucher können diverse Kaffeesorten aus dem Hochland probieren, die Ondraczek mittels der aromaschonenden Trommelröstung präsentiert. Darunter auch der Blend „Schäferberger Bohne“, der aus drei verschiedenen Sorten hergestellt wird.

Dazu gibt es noch viel Wissenswertes über den Kaffee zu erfahren, verspricht Ondraczek den Besuchern. (swe)

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