Sanierung seit Montag

Dorfgemeinschaftshaus Knickhagen: Asbestfasern werden beseitigt

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Für die Öffentlichkeit gesperrt: Stefan Görge betritt in Sicherheitsbekleidung durch eine Schleuse das Gebäude, rechts sein Kollege, Schadstoffsanierer Michael Vierke, am Eingang zum Dorfgemeinschaftshaus.

Fuldatal. Im Dorfgemeinschaftshaus (DGH) Knickhagen läuft die Sanierung. Seit Anfang der Woche sind Mitarbeiter einer Fachfirma dabei, Bereiche im Innern von Asbest zu befreien. Am 9. Januar war das Haus wegen der Schadstoffbelastung für die Öffentlichkeit geschlossen worden.

Schon nächste Woche soll es wieder frei zugänglich sein.

Im Dezember hatte die Gemeinde die Raumluft des Hauses untersuchen lassen. Als 2010 Schadstoffe im Kindergarten Weddel in Ihringshausen festgestellt worden waren, entschlossen sich Politik und Verwaltung, nach und nach alle eigenen Bauwerke zu kontrollieren.

Am 9. Januar stand das Ergebnis für das Haus in Knickhagen fest. Krebserregende Asbestfasern über dem zulässigen Grenzwert befanden sich im Erdgeschoss in einem Büroraum und im Foyer zwischen Mehrzweckraum und ehemaliger Gemeindebücherei. Andere Bereiche waren nicht betroffen.

Als Quelle der Belastung gilt laut Nina Porada vom Bauamt der Gemeinde der Wandputz im Büro. Dort war kurze Zeit vor den Messungen Schimmel an einer Wand festgestellt worden. Ursache hierfür war eine undichte Leitung von der Wohnung im Obergeschoss. Dadurch gab es Feuchtigkeit in einem Versorgungsschacht. Der Schaden und die Schimmelbildung seien erst nach einiger Zeit entdeckt worden, da das Büro nicht mehr genutzt wird, wie Gerhard Preßler, zuständig für die Liegenschaften der Gemeinde, sagt.

Bei der Reparatur von Leitung und Versorgungsschacht war der Putz in Mitleidenschaft gezogen worden. Dadurch gelangten laut Porada die Asbestfasern in die Raumluft. Da nicht auszuschließen sei, dass die Bauarbeiter seinerzeit nicht nur ins Foyer, sondern auch in den angrenzenden WC-Bereich und die Küche Asbestfasern getragen haben, werden auch diese jetzt gereinigt.

Schadstoffsanierer Michael Vierke und seine zwei Kollegen haben den betroffenen Bereich abgedichtet, am Eingang eine Schleuse eingebaut. In Innern herrscht seitdem Unterdruck, die nach außen geleitete Luft wird gefiltert. Sämtliche Vorhänge sind abgenommen und entsorgt. Derzeit entfernen die Sanierer den Nadelfilzboden aus dem Büroraum. „Der ist nicht zu reinigen“, sagt Vierke. Anschließend werden Büro, Foyer, WC und Küche abgesaugt und feucht gereinigt. „Alles unter Vollschutzkleidung.“

Bis zum Ende der Woche sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein. Noch am Wochenende erfolge eine Kontrollmessung, sagt Porada. Bei entsprechendem Ergebnis könne das Dorfgemeinschaftshaus im Laufe der kommenden Woche wieder genutzt werden. Mit neuem Bodenbelag für das Büro und einigen Malerarbeiten rechnet die Gemeinde mit Kosten von 10 000 Euro für die Sanierung.

Hintergrund: Mit Kindergarten Weddel fing es an

Seit 2010 hat die Gemeinde Fuldatal mit Schadstoffbelastungen in ihren Gebäuden zu kämpfen. Es begann, als im Kindergarten Weddel in Ihringshausen Asbest in der Raumluft festgestellt wurde. Seitdem mussten auch die anderen vier Kindergärten saniert werden.

Im Kindergarten Tanzplatz in Ihringshausen waren es unter anderem künstliche Mineralfasern, die beseitigt wurden. Diese Fasern fanden sich auch in den Kindergärten in Simmershausen und Wilhelmshausen. In Rothwesten wurde Formaldehyd festgestellt. Asbest auch in der Sporthalle Rothwesten, die inzwischen saniert ist, und im Rathaus.

Für die Sanierung der Kindergärten, der Sporthalle Rothwesten und von Teilen des Rathauses wurden bisher 3,3 Millionen Euro ausgegeben.

Von Michael Schräer

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