26-Jähriger Baunataler muss sich nun vor dem Landgericht verantworten – Auch Anklage wegen Unfallflucht

Attacke nach Saufgelage neu aufgerollt

Kassel / Baunatal. Die Attacken in den frühen Morgenstunden des 21. Juli 2010 sollen wüst gewesen sein. Sogar eine leere Jägermeisterflasche und ein Wohnzimmertisch seien als Schlagwerkzeug gegen einen damals 19-Jährigen zum Einsatz gekommen. 

So heißt es in der Anklageschrift, über deren Inhalt seit Donnerstag das Kasseler Landgericht verhandelt.

Für die Vorwürfe verantworten muss sich ein mittlerweile 26-Jähriger aus Baunatal: Dunkles Hemd, dunkle Weste – er ist nicht nur ordentlich gekleidet für die Verhandlung. Der junge Mann wirkt eigentlich lammfromm. So war das auch im ersten Prozess schon.

Im Juli vorigen Jahres war das Verfahren zunächst am Kasseler Amtsgericht eröffnet worden. Ans Landgericht gezogen wurde es, als sich abzeichnete, dass eine Unterbringung des Angeklagten in einer psychiatrischen Klinik in Frage kommen könnte.

Das Amtsgericht hatte im vorigen Sommer Zeugenaussagen zu einem entgleisten Saufgelage in einer Wohnung am Kasseler Mattenberg gehört. Der 26-Jährige schilderte damals, er erinnere sich nur noch an Teile des Abends. Der Rest sei Blackout. Zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft sagt er, er wisse nicht, ob er die Taten begangen habe: „Ich hoffe, dass ich das nicht gewesen bin.“

Von einer Bewährungshelferin hörte das Amtsgericht dann, dass der junge Mann wegen einer psychischen Erkrankung unter Dauermedikation stehe. Er selbst versicherte, er habe sich an jenem Julitag „nicht psychotisch gefühlt“ - andernfalls hätte er sich „eingeschlossen“. Daraufhin wurde seine psychiatrische Begutachtung veranlasst.

Die Neuauflage des Prozesses am Landgericht begann gestern mit einem geplant knappen Termin. Um das Verfahren zu eröffnen, wurde die prozessuale Vorgeschichte geklärt, die Anklage verlesen, dann war schon wieder Schluss. Beim nächsten Termin soll der 26-Jährige gehört werden. Er hat bereits erklärte, erneut zu den Vorwürfen aussagen zu wollen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Baunataler bei der Attacke am Mattenberg kein Einzeltäter war. Eine weitere Person sei beteiligt gewesen. Das diese „bislang unbekannt“ geblieben ist - daran hat sich offenbar seit der Verhandlung am Amtsgericht nichts geändert.

Ohne Führerschein

Gegen den 26-Jährigen wird noch wegen einer zweiten Anklage verhandelt: Er soll ohne Führerschein und in einem Fall auch betrunken Auto gefahren sein. In jenem zweiten Fall steht auch der Vorwurf einer Unfallflucht im Raum.

Von Katja Schmidt

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