Auch VW in Baunatal prüft Einsatz von Gigalinern

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Start der Testfahrt: Der Gigaliner rollt vom Hof des SCA-Werks Witzenhausen. Von der Kasseler Landstraße ging es über B 27 und B 80 zur Autobahn-Auffahrt Hedemünden.

Baunatal/Witzenhausen. Der Hygieneartikel-Hersteller SCA aus Witzenhausen hat jetzt einen 25,25 Meter langen Gigaliner getestet. Denkbar ist der Einsatz dieser langen Lkw auch im Bereich des Baunataler VW-Werkes.

Aktuell werde untersucht, ob eine mit Gigalinern befahrene Strecke zwischen zwei Standorten aus wirtschaftlicher und logistischer Sicht funktioniere, sagt Harald Müller von der Transportsteuerung im Original-Teile-Center (OTC).

Bereits im Mai 2010 hatte VW gemeinsam mit der Baunataler Spedition Rudolph einen Gigaliner auf dem eigenen Firmengelände getestet. Die Stadt Baunatal hat unabhängig davon vorsorglich einen neuen Kreisel auf der Wolfsburger Straße am OTC so großzügig dimensioniert, dass die langen Lastzüge diesen problemlos durchfahren könnten.

Der Einsatz von Gigalinern habe einige Vorteile, sagt VW-Sprecher Rudi Stassek. So könnten die Lastwagen gegenüber herkömmlichen Lkw über 50 Prozent mehr Ware mitnehmen.

Bekannt ist aber auch, dass die Transportbranche durchaus auch Nachteile des Gigaliner-Betriebs sieht. So dürften die Lkw beispielsweise bei einem Stau nicht ihre vorgegebene Route verlassen und blieben im Verkehr stecken.

Video vom Gigaliner in Witzenhausen

2011 hatte sich Jürgen Rudolph, damaliger Chef der Rudolph Logistik Gruppe, jedenfalls den Einsatz von Gigalinern zur Versorgung von VW vorstellen können. Es gebe zu diesen Plänen keinen neuen Stand, sagte jetzt Rudolph-Sprecherin Kirsten Kanne auf Anfrage.

Ohne Probleme ist jetzt die Testfahrt mit einem Gigaliner von Witzenhausen nach Hedemünden zur Autobahn 7 verlaufen. Der 25,25 Meter lange Lastwagen startete vom SCA-Werk und passierte auch neuralgische Punkte wie den Kreisel in Witzenhausen weitgehend reibungslos. Es war der erste Testlauf eines extra langen Lkw in Nordhessen.

Der Lastwagen der Spedition Krone fuhr vom SCA-Werk an der Kasseler Landstraße zur Auffahrt Hedemünden. Von dort ging es auf der selben Strecke über die B 80 und B 27 über Wendershausen zurück.

Ab wann und wie regelmäßig SCA künftig Gigaliner einsetzt, stehe nicht fest. Auch auf dem Werksgelände werde noch getestet, wie sich das 25,25 Meter lange Gefährt bewährt, sagte Michael Knobloch, SCA-Logistikleiter. Die weiteren Schritte würden eng mit den Stellen bei Stadt, Kreis und Land abgestimmt.

Witzenhausen ist das erste deutsche Werk, in dem der schwedische Konzern SCA Gigaliner testet. Weitere Probeläufe sollen folgen. Allerdings müssen diese auf jene Länder beschränkt bleiben, die sich an dem Pilotversuch beteiligen. Derzeit sind das Hessen, Niedersachsen, Bayern, Thüringen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg.

Auch SCA erhofft sich durch die Gigaliner Kostenersparnisse, weil weniger Lkw fahren.

Von Sven Kühling und Claas Michaelis

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