Defibrillatoren gegen plötzlichen Herzstillstand – Erste Schulungen in Vellmar

Auch Kirche als Standort

Bedienungsanleitung: Wolfhard Eidenmüller erläutert Elfi Meyer von der Finanzabteilung die Funktionsweise des Geräts im dritten Stock des Rathauses. Foto: Wewetzer

Vellmar. Bald werden die hellgrauen Kästen mit den Defibrillatoren, die bei einem Herzstillstand eingesetzt werden, zum Vellmarer Stadtbild gehören. 14 Geräte hat die Stadt an belebten Plätzen schon aufgehängt, Anfang September war die offizielle Präsentation auf dem Rathausplatz. Entwickelt haben das Projekt „Herzsicheres Vellmar“ Wolfhard Eidenmüller von der Stadtverwaltung, der auch Stadtbrandinspektor ist, der Kardiologe Dr. Samir Ragab und Rettungsassistent Timo Hausotter vom Roten Kreuz in Kassel. Die Stadt Vellmar trägt das Projekt, das DRK ist als Partner für die Schulungen mit an Bord.

Die Einweisungen zur Bedienung der sogenannten AED-Geräte (Automatisierte externe Defibrillatoren) haben jetzt begonnen. Zuerst wurden 37 Bedienstete der Stadtverwaltung - im Vellmarer Rathaus hängen zwei Geräte - geschult, erläuterte Eidenmüller. Jetzt folgten Vereinsmitglieder, Betreuer und Übungsleiter des OSC Vellmar, denn auch im Vereinsheim des Sportvereins wird nach dem Umbau ein Defibrillator aufgehängt. Drei weitere Einweisungen werden beim OSC folgen.

Wie wichtig geschultes Personal ist, das im Ernstfall schnell und richtig reagieren kann, zeigt ein Beispiel aus den USA, wo die Defibrillatoren längst zum Alltag gehören und an den Wänden hängen wie Feuerlöscher, wie in der Info-Broschüre der Stadt zu lesen ist: Auf dem Flughafen von Chicago konnten elf von 18 Patienten mit Kammerflimmern gerettet werden.

Und das Interesse in Vellmar an dem AED-Projekt, das von der Stadt Vellmar und dem Kasseler Roten Kreuz getragen und von dem Kardiologen Dr. Samir Ragab betreut wird, ist da. Kürzlich referierten laut Eidenmüller die Experten auf Einladung der katholischen Kirchengemeinde Heilig Geist vor 60 Besuchern.

Auch die Heilig-Geist-Kirche ist inzwischen dank einer Spende Standort eines Geräts und läutete damit die zweite Stufe des Projekts ein: Firmen und Gewerbetreibende sollen sich ebenfalls beteiligen und in ihren Räumen Defibrillatoren aufstellen. 60 bis 70 Geräte sollen so in Vellmar zusammenkommen.

Der Ernstfall übrigens musste noch nicht geprobt werden. Bislang gab es nur einen Fehlalarm, der laut Eidenmüller einen angenehmen Nebeneffekt hatte: „Das System funktionierte.“

Kontakt: Weitere Infos, ein Trainingsvideo und Schulungstermine unter www.herzsicheres-Vellmar.de

Von Stefan Wewetzer

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