Engagement bei Windkraft

Auch bei EAM Sorge wegen Pläne der Bundesnetzagentur

Kassel. Noch verdient die EAM prächtig an ihrem Energieversorgungsnetz: Zwischen 85 und 90 Prozent des Umsatzes entfallen auf das Geld, das das Unternehmen für die Durchleitung von Strom und Gas kassiert.

Doch ob die Situation so komfortabel bleibt, ist fraglich. Grund für die Sorge sind Pläne der Bundesnetzagentur, die Effizienz der Netze neu zu bewerten. Statt allein die beste Bewertung könnte künftig der Durchschnitt mehrerer Kriterien zählen. Die Folge: Die Gesamtbewertung fiele schlechter aus und mit ihr die von der Bundesnetzagentur festgelegten Beträge in dem stark regulierten Strom- und Gasmarkt.

Für die Durchleitung von Strom und Gas könnte die EAM dann nicht mehr so hohe Netzentgelte einnehmen. Es sei dann „nicht mehr mit so einer vernünftigen Rendite zu rechnen wie bisher“, sagte der für die Netze zuständige Geschäftsführer Thomas Weber. Er betonte allerdings, dass das EAM-Netz in einem guten Zustand sei. Vor allem im Vorfeld der Übernahme geäußerte Bedenken auf kommunaler Seite seien gegenstandslos, versicherte der Manager.

EAM-Chef Georg von Meibom verwies in diesem Zusammenhang auf die Investitionen des Unternehmens im Geschäftsjahr 2014. Von den insgesamt 126 Millionen Euro seien 72 Millionen Euro für den Erhalt und den Ausbau der eigenen Stromversorgungsanlagen geflossen. Jeweils zwölf Millionen Euro gab die EAM (1217 Mitarbeiter, darunter 79 Auszubildende) für eigene Gasversorgungsanlagen sowie Anlagen zur Erzeugung von Strom und Wärme aus.

Eine wichtige Rolle für die EAM wird nach Auskunft Webers künftig die Windenergie spielen. So will sich der Energieversorger unter anderem im Reinhardswald engagieren. Wie viele Anlagen genau dort entstehen werden, ließ Weber offen. Zurzeit liefen dazu „intensive Gespräche“. Bei den Windparks strebe man grundsätzlich „eher Minderheitsbeteiligungen“ an.

Außerdem engagiere man sich nur innerhalb des eigenen Geschäftsgebiets und nur zusammen mit Kommunen und Bürgerenergiegenossenschaften, stellte Weber klar. Schwieriger als in Hessen sei das Engagement bei der Windenergie in Niedersachsen.

Der Grund: Dort ist es grundsätzlich nicht erlaubt, die Anlagen in Waldgebieten zu errichten.

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