Aufenanger: Fehlen Polizeihelfer, müssen andere einspringen

Ahnatals Bürgermeister Michael Aufenanger über den Freiwilligen Polizeidienst Archivfoto: Fischer

Ahnatal. Der Freiwillige Polizeidienst wird derzeit in Ahnatal und Fuldatal diskutiert. In Ahnatal soll er aus Kostengründen eingestellt werden, in Fuldatal möglicherweise eingeführt werden. Aber nur als interkommunale Zusammenarbeit mit Ahnatal. Daher befragten wir Ahnatals Bürgermeister Michael Aufenanger (CDU) zum Thema.

Herr Aufenanger, wann wurde der Freiwillige Polizeidienst in Ahnatal eingeführt und aus welchem Grund? 

Michael Aufenanger: Die ersten zwei Polizeihelfer haben ihren Dienst 2004 in Ahnatal aufgenommen. Sie sollten zum Beispiel am Bühl Vandalismus und Ruhestörungen im Zaum halten. Besonders in den Sommermonaten gab es immer wieder Probleme mit feiernden Jugendgruppen. Vor den Polizeihelfern hat die Gemeinde einen privaten Sicherheitsdienst bezahlt für Einsätze am Bühl.

Warum soll der Dienst eingestellt werden?

Aufenanger: Das Hauptargument der Befürworter in der Gemeindevertretung ist die Kosteneinsparung von 5000 Euro. Ein weiteres Argument, welches in anderen Kommunen und auf Landesebene gegen den Freiwilligen Polizeidienst vorgebracht wurde und wird ist, dass mit dem Dienst das Land Stellen bei der Polizei abbaut. Durch die Freiwilligen Polizeidienst gibt es aber nicht eine Stelle mehr oder weniger bei der Landespolizei. Und unsere Polizeihelfer werden in der überwiegenden Anzahl bei klassischen Fällen eingesetzt wie Ruhestörung, die Aufgabe der Ordnungsbehörde sind. Und auch die Gefahrenabwehr am Bühl ist originär Aufgabe der Gemeinde.

Was bedeutet ein Ende des Freiwilligen Polizeidienst derzeit mit vier Polizeihelfern für die Gemeinde? 

Aufenanger: Ob wir wirklich die 5000 Euro im Jahr einsparen, ist fraglich. Denn für das Geld sind jeweils zwei Polizeihelfer insgesamt 350 Stunden unterwegs. Diese muss man nicht eins zu eins ersetzen. Dennoch müssen bei Problemfällen Mitarbeiter des Ordnungsamtes einspringen. Und diese kosten die Gemeinde ein Vielfaches pro Einsatzstunde. Eine wesentliche Unterstützung unserer örtlichen Vereine entfällt. So sind die Polizeihelfer beim Osterfeuer der Freiwilligen Feuerwehr und bei den Laufveranstaltungen in der Gemeinde, beim Hallenfußballturnier ehrenamtlich im Einsatz. Hier werden wir als Ordnungsbehörde je nach Veranstaltung einen Ausgleich durch verstärkten Ordnereinsatz der ausführenden Vereine fordern müssen. (mic)

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