Spielmobil der Stadt Baunatal tourt

Spielmobil Augustine rollt seit 25 Jahren durch die Orte

25 Jahre Spielmobil Augustine: Spaß an dem Angebot haben hier Loreta Lieber (von links) mit Finja (9) und Michael Pflüger mit Timo (7), Hortkinder aus Großenritte. Foto: Dilling

Baunatal. Die Wiese an der alten Schule ist vom langen Regnen durchgeweicht, schlechte Voraussetzungen für Rasenspiele. Die Hortkinder fragen, wann das Programm endlich losgeht.

Loreta Lieber und Michael Pflüger vom Spielmobil Augustine sind auf jedes Wetter vorbereitet: Vor dem 7, 5-Tonner, der als fahrende Spielkiste fungiert, haben sie einen faltbaren Pavillon aufgebaut. Pflüger hält Schere und Papier bereit und ruft in den Kreis der Kinder, die sich an den Händen halten: „Wir basteln jetzt Sinneskästen.“

In Großenritte kommen - nach Altenbauna - die meisten Kinder zusammen, wenn das Spielmobil der Stadt Baunatal vorfährt. An guten Tagen können das mehr als 150 Mädchen und Jungen sein, für die Lieber und Pflüger Räder, Karren, riesige Bälle, einen Tischkicker und andere Sachen auspacken, die Kindern Spaß machen. Seit 25 Jahren tourt die rollende Spieloase im Sommer wie im Winter nach einem vorher festgelegten Fahrplan durch Baunatals Stadtteile. Lieber ist seit mehr als 20 Jahren dabei. Der frühere Bürgermeister Heinz Grenacher habe die Idee von einer Reise aus Süddeutschland mtgebracht, erzählt sie. 1988 wurde der erste Spiele-Lkw auf dem Marktplatz auf den Namen Augustine getauft. Mittlerweile ist der dritte im Einsatz.

Längst ist das Spielmobil mit seinem kostenlosen Angebot für Sechs- bis Zwölfjährige zum festen Bestandteil des Bildungskonzepts und der Jugendpflege der Stadt Baunatal geworden. Es gehe nicht nur darum, Kindern ein Gemeinschaftserlebnis zu ermöglichen. „Die Kinder lernen bei uns im Spiel, ohne jeglichen Leistungsdruck, was für sie im Alltagsleben wichtig ist“, sagt Lieber, die Leiterin der rollenden Einrichtung. Aktuelle Themen aus Wirtschaft, Politik oder Kultur verpacken sie und ihre Kollegen in spannenden Spielkonzepten und Workshops. Dabei wurde beispielsweise ein noch heute sehr beliebter kindgerechter Stadtplan für Baunatal entwickelt.

Kitas und Schulen im Blick

Die Mitarbeiter des Spielmobils passen ihr Angebot ständig den sich wandelnden pädagogischen Anforderungen an. In den vergangenen Jahren sind beispielsweise Kitas und Grundschulen in den Blick gekommen: Augustine unterstützt sie mit Spielprojekten. Die Mitarbeiter bereiten Kita-Kinder auf den Schulanfang vor. Diesen Sommer erkunden sie mit ihnen die Brüder-Grimm-Schule in Rengershausen, bauen Kontakte zu Lehrern und Schülern auf. Besonders gut komme auch die Holzbaustelle des Spielmobils bei Eltern und Kindern an, sagt Lieber: Aus 30 000 Holzbauklötzen können sie ihre eigene Stadt errichten. Auf die schwächer werdenden feinmotorischen Fähigkeiten bei vielen Kindern hat das Team mit der Anschaffung von Werkbänken reagiert. „Wir wollen das Werken mehr fördern“, sagt Lieber.

Neben den festen „Wanderungen“ von Dorf zu Dorf ist das Spielmobil auch bei Veranstaltungen der Stadt oder gemeinnütziger Organisationen präsent. Beim Stadtfest schauten bis zu 2000 Kinder beim Spiele-Lkw vorbei, erzählt Lieber. Eigentlich sei Augustine heute noch wertvoller als früher. Denn im Gegensatz zu früher träfen sich Kinder heute wegen ihres immer dichter werdenden Terminplans kaum noch in großen Gruppen zum Spielen auf der Straße. „Wir vermitteln das Erlebnis, einmal mit ganz vielen Kindern gleichzeitig zu spielen“, sagt Lieber.

Info und Kontakt: Spielmobil Augustine, Tel. 0561/94899515, www.juz-baunatal.de, Nächte Spieltermine 21. bis 23. Mai Hertingshausen, Spielplatz City-Club, 27. bis 29. Mai, Altenbauna Marktplatz.

Von Peter Dilling

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