Erziehungstipps für Eltern: Landkreis Kassel hat mit Elterntraining Erfolg

Ausbildung zur Super-Nanny

Weniger Stress bei der Erziehung: Elterntrainerin Tina Schmedes (Zweite von links) half den Eltern Sabine Wolf (von links) sowie Detlef und Nicole Peschmann in Erziehungsfragen. Foto: Wohlgehagen

Lohfelden / Kaufungen. Wenn ein Vierjähriger seinen Vater beim Auto fahren mit Kopfnüssen traktiert oder Eltern an der Internet-Sucht und dem Trotzverhalten ihrer Kinder verzweifeln, muss sich dringend etwas ändern. Der Landkreis Kassel bietet leidgeprüften Eltern seine Hilfe an.

„Ich werde meine eigene Super-Nanny“ ist der Titel von Kursen des Fachbereichs Jugend für Väter und Mütter, die den Eindruck haben, mit der Erziehung ihrer Kinder nicht mehr klarzukommen. Die Basis des Programms zur Selbsthilfe ist ein an der Universität Queensland (Australien) entwickelter Trainingsablauf.

Die Respektlosigkeit, mit der heranwachsende Kinder ihre Eltern beschimpfen, habe einen erschreckenden Tenor angenommen, sagte die Kursleiterin Tina Schmedes. „Halt’s Maul“, sei noch eines der weniger krassen Worte oder Handbewegungen.

Das wissen als geplagte Eltern auch Detlef und Nicole Peschmann aus Kaufungen. Der Ärger über schlechte Schulnoten und Streit über Unpünktlichkeiten hatten bei ihnen zu lautstarken Auseinandersetzungen mit ihrer 14-jährigen Tochter geführt. Verbote wurden nicht eingehalten, berichtete die 38-jährige Mutter. Nach der Teilnahme am Elterntraining wissen die Peschmanns, dass man Erziehungsprobleme anders lösen kann.

„Ganz wichtig ist, den Kindern Wertschätzung entgegenzubringen, sie zu loben, aber auch konsequent zu sein, wenn vereinbarte Regeln nicht eingehalten werden“, sagt Tina Schmedes.

Die größten Probleme haben Eltern pubertärer Kinder mit Gefühlsausbrüchen ihrer Nachkommen, Respektlosigkeiten auch außerhalb der Familie und schulischen Problemen. Ein großes Thema seien die PC-Nutzung, Computer-Spiele oder das Chatten, weiß die Elterntrainerin.

Bei den Eltern jüngerer Kinder geht es meist um trotziges Verhalten, den Ärger mit den täglichen Hausaufgaben oder Schwierigkeiten beim Zubettgehen.

Auch die sechsjährige Tochter von Sabine Wolf (31) aus Bad Emstal wollte abends nur bei der Mama im Bett einschlafen. „Wir haben Regeln aufgestellt und Smiley-Karten eingeführt“, erzählte die allein erziehende Mutter. Das Einschlafproblem und andere Erziehungsfragen wie weniger Schokolade essen oder Fernsehen seien so gelöst worden. Während des Elterntrainings habe sie gelernt, selbst in Stresssituationen konsequent zu bleiben, sagte die Mutter.

Harald Kühlborn vom Landkreis Kassel freut sich, „dass das Elterntraining des Fachbereichs Jugend zunehmend gut angenommen wird. „Wir sind froh, wenn Eltern, die es allein nicht schaffen können, in die Kurse kommen oder von der Möglichkeit vertraulicher Einzelberatungen Gebrauch machen“, sagte der Pressesprecher. (ppw) Kontakt und Infos per E-Mail an bettina-schmedes@landkreiskassel.de HINTERGRUND

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