13 Jubilare feierten in Weimar Silberne Konfirmation mit einem Gottesdienst

Ein Ausflug ins Kloster

Silberne Konfirmanden: Andrea Umbach (oben, von links nach rechts), Thorsten Hänes, Frank Dietzsch, Christina Kanzler, Tanja Bodenbender, Raimund Brusius sowie (unten v. l. nach r.) Nicole Polster, Michael Kleinadel, Kirsten Schwank, Susanne Schotte, Natascha Meiberth-Brück, Tanja Pawelka, Anja Schneider und Pfarrerin Ute Dilger. Foto: Büttner/nh

Ahnatal. 1986 wurden 50 Konfirmanden in der Evangelischen Kirche in Weimar konfirmiert. 25 Jahre später fanden sich 13 Jubilare erneut zum Gottesdienst in der Kirche ein, dieses Mal, um die Silberne Konfirmation zu feiern.

Pfarrerin Ute Dilger empfing die kleine Gruppe und ging in ihrer Predigt auf den „Tag der Schöpfung“ ein. Das Thema bot eine ideale Möglichkeit, über Zurückliegendes zu sinnieren und die Schnelllebigkeit der Gesellschaft auszublenden. Genau dies war den Jubilaren zu ihrem feierlichen Anlass wichtig. „Unser Treffen war von den Prinzipien des Gottesdienstes geprägt und entsprechend haben sich alle Zeit genommen und Erinnerungen miteinander ausgetauscht“, berichtete Tanja Bodenbender.

Vor allem galt der Erinnerungsaustausch der durch viele Eindrücke geprägten Konfirmandenzeit. Ein Höhepunkt für die damaligen Vorkonfirmanden war die Konfirmationsfreizeit mit Jugendarbeiter Bernd Mai, der noch heute für die kirchliche Jugendarbeit in Ahnatal verantwortlich ist, ins Kloster Scherfede, wo die Gruppe am Klosterleben teilnahm und sich der interessanten Herausforderung des abwechselnden Schweigens und Singens stellte. Der damalige Pfarrer Wolfgang Peuckert hatte seine Schützlinge durch die Konfirmationsunterrichtsstunden und Gottesdienste auf ihren großen Tag vorbereitet.

Doch knapp eine Woche vor der Konfirmation ereignete sich die Atomkatastrophe von Tschernobyl. Entsprechend geschockt waren die heutigen Silbernen Konfirmanden. „Wir wollten ohne Sorgen leben, schließlich standen unsere Konfirmation und anschließend eine Klassenfahrt an. Die Gefahr der Verseuchung haben wird nicht reflektiert“, erinnert sich Bodenbender. Trotz der vorsätzlichen Unbeschwertheit hinterließ das tödliche Unglück in Weißrussland Nachdenklichkeit bei den Jubilaren, die wenige Tage später feierlich den Segen empfingen. Bis heute versuchen fast alle Silbernen Konfirmanden, bewusster und nachhaltiger zu leben. Denn spurlos ging der Kontrast zwischen entsetzter Trauer und persönlichen Feierlichkeiten an keinem vorbei. (ptk)

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