Schule für 3,5 Millionen Euro saniert – In der Turnhalle sieht es aus wie vor 45 Jahren

Außen hui, innen pfui

Modernität in Gelb und Orange: Die Außenhülle der Sporthalle der Langenbergschule wurde jüngst erst saniert. Die Sanitäranlagen sehen hingegen noch aus wie zur Eröffnung in den 60er-Jahren. Der Kreis hat kein Geld für einen Umbau. Fotos: privat / nh, Archivfoto: Kühling

Baunatal. Hell, freundlich und modern steht sie da. Die frisch renovierte Turnhalle mitten in Großenritte. Gelb und Orange sind die Farben, mit Fenstern, die Bullaugen gleichen. 3,5 Millionen Euro hat der Kreis jüngst in die Sanierung der Schule samt neuer Außenhaut für die Turnhalle gesteckt. Doch wirft der Sportler einen Blick ins Innere, vergeht so manchem die Lust an Bewegung. Verrostete Heizkörper und Rohre, uralte Sanitäranlagen, Umkleideräume und Ausstattung wie vor 45 Jahren.

„Außen hui, innen pfui“, sagt ein erwachsener Nutzer der Halle im Gespräch mit der HNA. Die Einrichtung und Sportausstattung stamme zum großen Teil noch aus der Einweihungszeit um 1968, so seine Vermutung.

Diese Auffassung bestätigt Kreissprecher Harald Kühlborn. Die Sporthalle der Langenbergschule bilde damit aber im Kreis keine Ausnahme. Viele andere Hallen aus dieser Zeit seien in dem gleichen Zustand, sagt Kühlborn.

Eine Sanierung der Sporthallen ist mit Blick auf das Millionen-Defizit im Kreishaushalt unmöglich. Das macht der Kreissprecher unmissverständlich deutlich. 52 Millionen Euro müsste der Träger aufbringen, um die Sporthallen in den 29 Kommunen des Kreises auf den neuesten Stand zu bringen. „Das Geld haben wir nicht.“

„Nichts kaputt“

Schulleiter Dieter Kauffeld ist mit der Situation nicht zufrieden. Über den Zustand der Sporthalle spreche man seit Langem mit dem Schulträger, sagt er. Kauffeld bestätigt, dass vor allem die Duschen in keinem guten Zustand sind. „Es sieht nicht mehr so gepflegt aus“, sagt er. Kaputt sei aber nichts.

Bei der Sanierung der Schule durch den Kreis, die seit zwei Jahren läuft, wurde die Sporthalle vor allem nach energetischen Gesichtspunkten auf Vordermann gebracht. Der Bau wurde neu isoliert, alte Glasbausteine verschwanden, neue Fenster wurden installiert.

Angefasst wurde auch der Rest der Schulgebäude. Renoviert wurden unter anderem das Hauptgebäude, der Fachräumetrakt und die Verwaltung. Außerdem entstand ein Anbau mit weiteren Klassenräumen. Rund 2 Millionen Euro für die Modernisierung kommen aus dem Sonderinvestitionsprogramm des Bundes, 1,4 Millionen stammen aus dem Investitionspakt des Landes, 150 000 Euro gab der Landkreis aus eigenen Mitteln dazu.

Die Kosten für eine Sanierung der Turnhalle hat die Kreisverwaltung bereits ermittelt. Laut Kühlborn müsste der Träger 600 000 Euro investieren. Hoffnung, dass dieser Plan bald in die Tat umgesetzt wird, hat der Sprecher nicht. „Wenn wir einen defizitären Haushalt haben, dann heißt das auch was.“

Von Sven Kühling

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