Bastler sind fasziniert von Miniaturen

114 Aussteller zeigten bei Plastik-Modellbaukonvent ihre Schätze

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Ist von Flugzeugen begeistert: Für Norbert Tegethoff (47 Jahre) aus Brakel ist das Öffnen der Bausätze immer wieder wie Weihnachten.

Ihringshausen. Kleine Plastikteile, Klebstoffe und Lackfarben: Zum neunten Mal fand der Konvent des Deutschen Plastik-Modellbau-Verbandes (DPMV) in Ihringshausen statt.

Die Veranstaltung ließ jedes Plastik-Modellbauer-Herz höher schlagen.

114 Aussteller und sechs Hersteller aus ganz Deutschland und den Niederlanden fanden am Wochenende den Weg in die Mehrzweckhalle Eichhecke in Fuldatal-Ihringshausen. Zu bewundern waren detailgetreue Nachbauten von Schiffen, Motorrädern, Flugzeugen und Militärfahrzeugen sowie anatomische Tiermodelle.

Seine Schätze präsentieren und sich neue Inspirationen holen - darum geht es den Plastikmodellbauern. „Der Reiz des Modellbaus besteht darin, dem Original so weit wie möglich nah zu kommen“, sagt Marek Hötzelt, Kassenwart des DPMV. Der Rehapädagoge baut schon seit 26 Jahren Modelle und kann dabei komplett vom Alltag abschalten. „Das Ziel ist, dass das Modell wie aus einem Guss aussieht - alles muss sauber verklebt werden.“ Vor allem Ruhe, Gewissenhaftigkeit und das handwerkliche Fingerspitzengefühl sind für dieses Hobby wichtig.

Modell der Titanic 

Richtige Hingucker: die anatomischen Tiermodelle kommen nicht nur bei Kindern, sondern vor allem auch bei Lehrer sehr gut an.

Das weiß auch Patrick Vogel aus Baden-Baden, der selbst auch einzelne Modellteile kreiert. Fünf Jahre lang hat der 43-Jährige an dem Modell der Titanic gearbeitet - alleine viereinhalb Jahre hat er für die Nachbildung des Wassers gebraucht. „Man muss Schicht für Schicht auftragen und dann immer wieder trocknen lassen.“ Für das Schiff hat der Badener etwa eineinhalb Jahre benötigt. Die meiste Arbeitszeit ging allerdings für die Recherche drauf. „Wichtig waren die Pläne des Schiffs, das genaue Aussehen und wie viele Passagiere auf der Titanic waren“, sagt der 43-Jährige. 2500 Menschen aus Fotoätzteilen hat Patrick Vogel nicht nur auf das Deck mühevoll geklebt, sondern auch bemalt. „Das Gesicht ist hell und der Hinterkopf dunkel.“ Mit dem bloßen Auge sind die Miniatur-Figuren kaum zu sehen.

Roland Schmidt aus Mannheim ist schon seit über 40 Jahren den Miniatur-Träumen aus Polystyrol verfallen. „Es macht mir großen Spaß mich mit den Modellen, deren Geschichte und Technik zu beschäftigen“, sagt der 55-Jährige. Einzelteile, die nicht passen, werden passend gemacht. „Die bearbeite ich mechanisch, schneide und säge.“ Angesteckt hat der Mannheimer auch vor drei Jahren seine Frau Sabine Schmidt, die es auf anatomische Modelle von Tieren abgesehen hat. „Positiv finde ich, dass Kinder und Eltern, aber vor allem Lehrer das faszinierend finden.“

Fasziniert von der Miniatur-Plastikwelt ist auch Norbert Tegethoff aus Brakel. Der 47-Jährige baut Plastikmodelle bereits seit über 40 Jahren - dabei kann er sehr gut entspannen. „Wenn ich einen Bausatz aufmache, dann ist das wie Weihnachten“, sagt der Modellbauer, der sich auf Jagdflugzeuge spezialisiert hat. Wichtig sei auch die kreative Lackierung mit dem Airbrush - Alterungseffekte lassen das Modell realistischer aussehen. „Ansonsten sieht das Modell wie ein Spielzeug aus.“

Von Johanna Uminski

114 Aussteller zeigten bei Plastik-Modellbaukonvent ihre Schätze

 

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