Vermittlung zwischen Berufsanfängern und Betrieben

Auszubildende können auf Hilfe zählen

Gerade bei jungen Frauen ein beliebter Beruf: Friseuse. Auch dort kann es wegen der Arbeiszeiten Probleme für Auszubildende geben. Lassen die sich nicht so einfach lösen, stehen die Ausbildungsbegleiterinnen von QuABB als Mittlerinnen hilfreich zur Seite. Foto: dpa

Kreis Kassel. Iris Büchsenschütz und Brigitte Missler bewegen sich in einem besonderen Spannungsfeld.

Als Ausbildungsbegleiterinnen vermitteln sie zwischen Berufsanfängern und Betrieben. Ihr Ansatz: jungen Menschen helfen, die ihre ersten Schritte im Berufsleben unternehmen und sie davor bewahren, voreilig die Ausbildung abzubrechen.

Iris Büchsenschütz

Büchsenschütz und Missler gehören zu einem Team von insgesamt fünf Ausbildungsbegleiterinnen der Industrie- und Handelskammer sowie der Kreishandwerkerschaft Kassel. Unter der sperrigen Abkürzung QuABB (Qualifizierte berufspädagogische Ausbildungsbegleitung in Berufsschule und Betrieb) zusammengefasst, stehen die beiden Sozialpädagoginnen in engem Kontakt mit neun Berufsschulen in Stadt und Landkreis Kassel.

Um die 20 Azubis betreuen Büchsenschütz und ihre Kolleginnen jeweils pro Ausbildungsjahr. Die Sorgen und Nöte, mit denen sich die jungen Menschen an sie wenden, sind dabei so vielschichtig wie die Berufe, die die Betroffenen anstreben. So geht es bei Auszubildenden im Einzelhandel oftmals um Arbeitszeiten, Überstunden, Urlaub und Pausen. Hier, wie auch in anderen Fällen, sind die Berufsbegleiterinnen bemüht, den Rat suchenden Azubis den Rücken zu stärken und sie zu ermuntern, das Gespräch mit den Ausbildern zu suchen. „Auch Auszubildende müssen sich nicht alles gefallen lassen und haben natürlich Rechte.“

Mit Klagen der Ausbildungsbetriebe haben sich Missler und ihre Kolleginnen gleichfalls zu befassen. Beschwerden gibt es nach ihren Angaben vor allem über das ungebremste Nutzen von Handys und zu lange oder zu häufige Rauchpausen.

Hinzu kommen private Probleme junger Menschen. Stichwort dabei: Privatinsolvenz. Auch damit werden die Beraterinnen konfrontiert. Mit dem ersten Geld stellt sich bei jungen Menschen auch ein unkontrollierter Konsumrausch ein, der ihre finanziellen Möglichkeiten sprengt.

Brigitte Missler Fotos: nh

In diesem Zusammenhang kommen Missler und Büchsenschütz auf ein anderes Problem zu sprechen. „Viele junge Menschen informieren sich einfach ungenügend über Anforderungen und Rahmenbedingungen ihres Ausbildungsplatzes“, bringen es beide auf den Punkt. Oftmals wüssten die Azubis nicht, auf was sie sich einlassen. Das führe zwangsläufig zu Konflikten zwischen den beiden Parteien, sagt Missler.

Als unverzichtbar bezeichnen sowohl Missler als auch Büchsenschütz bei ihrer Arbeit das dichte Netzwerk, das sie sich im Laufe der Jahre aufgebaut haben. Wenn sie mit ihrem Latein am Ende seien, träten sie als Vermittler auf, würden den jungen Leuten Stellen zeigen, an denen sie Hilfe bekämen. Dort, wie auch bei ihnen selbst, so Büchsenschütz, sei natürlich gewährleistet, dass die Beratung absolut vertraulich erfolge.

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