Im Heiratsmonat von Horst Reckert (Breitenbach) lief im Jahr 1966 auch sein Karmann Ghia vom Band

Auto erinnert an die Hochzeit - Karmann Ghia

Stilecht: Der 65-jährige Autoliebhaber Reckert legt bei seinem Cabriolet Wert auf Originalität. Selbst der Koffer, der sich über dem Motorraum befestigen lässt, stammt aus der Zeit des Fahrzeug-Baujahrs.

Schauenburg. Männer sollen ja dazu neigen, ab und zu ihren Hochzeitstag zu vergessen – das kann Horst Reckert aus Breitenbach nicht passieren.

Denn sein Auto, ein roter Volkswagen Karmann Ghia Cabrio vom Typ 14, lief im selben Monat in Osnabrück vom Band, als Reckert und seine Frau geheiratet haben: im Juni 1966. „Da ich weiß, wie alt unser Auto ist, weiß ich auch immer, wie lange ich verheiratet bin“, sagt der 65-Jährige schmunzelnd.

Angefangen hat seine Karmann-Leidenschaft in den 60er-Jahren, nachdem ihm ein Bekannter einen Ghia für eine Spritztour ausgeliehen hatte. „Ab da stand fest: So einen muss ich auch haben“, erinnert sich der gelernte Maschinenschlosser, der bis zu seinem Vorruhestand 2002 als Teamleiter im Kasseler Mercedes-Achswerk tätig war.

Seinerzeit ein Unfallwagen

Ende der 70er-Jahre war es dann so weit: Horst Reckert kaufte sich ein Ghia Coupé, Baujahr 1971 - der erste Karmann von inzwischen vier Stück. „Es war ein Unfallwagen, den ich selbst wieder zurecht gemacht habe“, sagt er.

Sein aktuelles Modell hat er für 2500 D-Mark vor zehn Jahren zerlegt aus der Scheune eines Arbeitskollegen gekauft. Bis auf die Sattler- und Lackierarbeiten restaurierte der leidenschaftliche Schrauber das Fahrzeug binnen zwei Jahren komplett selbst in der heimischen Garage, die sogar mit einem Motorprüfstand ausgestattet ist.

Technisch wie ein Käfer

Technisch entspricht der Ghia nahezu einem VW Käfer. Die vier Zylinder des baugleichen 1,3-Liter-Boxermotors, der sich beim von 1955 bis 1974 insgesamt 80 881 Mal verkauften Cabrio ebenfalls im Heck befindet, leisten 40 PS, die Fahrzeugelektrik bringt es auf sechs Volt. „Das führt dazu, dass ich zum Beispiel vor dem Hupen nochmal richtig Gas geben muss“, erklärt Reckert lachend.

Auch wenn die agil aussehende Karosserie sportliche Fahrwerte erwarten lässt, mit einer Höchstgeschwindigkeit kaum schneller als Tempo 110 lädt Reckerts Lieblingsauto statt zu rasanten Rallyes eher zu gemütlichen Ausfahrten ein. Wie beispielsweise am Samstag, 28. Mai, bei der ADAC-Oldtimerfahrt ab Baunatal, bei der auch das ibizarote Cabriolet aus Breitenbach fahren wird.

Auch wenn auf ihn seit wenigen Tagen ein neuer Ghia des gleichen Modells (Baujahr 1972, 50 PS) zum Restaurieren in der Garage wartet und bald weitere Oldtimertreffen sowie die Feier zum 30-jährigen Bestehen des Kasseler Karmann-Ghia-Clubs, dem er seit Gründung angehört, anstehen: Seinen Hochzeitstag im Juni wird Horst Reckert sicherlich nicht vergessen. Denn der steht ja fast auf den Tag genau in den Fahrzeugpapieren.

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