Planer untersuchten auch neue Varianten

A44: Autobahnkreuz statt Dreieck Kassel-Ost?

Kaufungen / Kassel. Bekommt Kassel ein weiteres Autobahnkreuz im Osten? Die Straßenplaner jedenfalls haben diese Idee nun erstmals eingehend untersucht - als eine der möglichen Varianten bei der Verbindung der beiden Autobahnen 7 und 44 bei Kaufungen.

Beim Gespräch von Vertretern des Landes und der Kommunen am 18. September in Kaufungen wurden das Für und Wider eines Autobahnkreuzes Kassel-Ost zum ersten Mal öffentlich vorgestellt und mit den verschiedenen Varianten zum Bau eines Autobahndreiecks verglichen.

Für die Planer von Hessen Mobil, das die Autobahnplanung für den Bund vorbereitet, wäre der Bau eines Kreuzes Kassel-Ost technisch kein Problem, allerdings sprächen andere Gründe stark gegen diese Lösung, meint Projektleiter Ralf Struif. Man favorisiere daher nach wie vor die sogenannte Vorzugsvariante. Diese Variante, die ein Autobahndreieck Kassel-Ost unter Wegfall der heutigen Anschlussstelle vorsieht, hatte das Bundesverkehrsministerium in Berlin im Sommer mit der Erteilung seines Sichtvermerks genehmigt - mit Ausnahme der Lärmberechnung, die aktualisiert und noch einmal vorgelegt werden muss.

Spielraum vorhanden

Die Prüfung eines Autobahnkreuzes Kassel-Ost geht auf die Zusage des damaligen Staatssekretärs im hessischen Verkehrsministerium, Steffen Saebisch, zurück, der Vertretern aus unserer Region im Juni 2013 nach anhaltenden Protesten gegen die Vorzugsvariante zugesagt hatte, weitere Alternativen untersuchen zu lassen.

„Gibt es irgendwelche Ideen, die wir noch nicht hatten?“ - diese Frage haben sich die Planer von Hessen Mobil daraufhin gestellt, wie Struif der HNA berichtete. Dabei sei man auf das Kreuz gestoßen, das noch nie ernsthaft geprüft worden sei. Auch wenn sich das Bundesverkehrsministerium mit dem Sichtvermerk bereits auf die Vorzugsvariante festgelegt hat, gibt es laut Struif Spielräume für Änderungen der Planung. Genutzt werden könne dazu das Zeitfenster von anderthalb Jahren bis Anfang 2016, wenn die aktualisierten Unterlagen noch einmal dem Bundesverkehrsminister vorgelegt werden sollen.

In einer zwischen Kommunen und Land vereinbarten Arbeitsgruppe könne eingehend über Details gesprochen werden, so Struif. Federführend sei das Verkehrsministerium in Wiesbaden. Wenn dieses als Planfeststellungsbehörde von Änderungen an der Autobahnplanung überzeugt werden könne, gebe es eine große Wahrscheinlichkeit, dass der Bund dem folgen werde.

Von Holger Schindler

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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