Abgeordneter aus Niestetal stellt Anfrage

Nach Horror-Unfällen: A7-Wahnsinn wird Thema im Landtag

Fürchterlicher Unfall: Der Opel Corsa Frau aus Spangenberg geriet vergangene Woche auf der A7 bei Lohfelden zwischen zwei Lastwagen. Die Frau aus Spangenberg wurde schwerst verletzt. Archivfoto: Malmus

Lohfelden / Niestetal /Kassel. Der jüngste Horror-Unfall auf der Autobahn 7 liegt gerademal gut eine Woche zurück. Dabei erlitt eine 38-jährige Frau aus Spangenberg lebensgefährliche Verletzungen.

Ein Lastwagen war am Nachmittag des 28. August auf ihren Corsa aufgefahren und hatte ihn auf einen vor dem Kleinwagen stehenden Lkw geschoben.

Unfälle wie dieser geschehen auf der viel befahrenen Nord-Süd-Verbindung zwischen Guxhagen, Kassel und Hedemünden in trauriger Regelmäßigkeit. Am 7. August krachen in der Lärmschutzbaustelle bei Lohfelden drei Lkw ineinander. Einer der Fahrer wird schwer verletzt. Wenige Stunden später rast ein Mann mit seinem Golf unweit der ersten Unfallstelle unter einen Lastwagen und stirbt. Am 14. August durchbricht bei Kassel-Nord ein Mercedes-Sprinter die behelfsmäßige Fahrbahntrennung. Der Lieferwagen kollidiert mit dem Personenwagen einer Familie aus der Nähe von Cuxhaven. Die Insassen, darunter ein siebenjähriges Mädchen, und der Sprinter-Fahrer werden schwer verletzt.

Viele Menschen, die regelmäßig auf der A 7 unterwegs sind oder an den nach Unfällen stets verstopften Umleitungsstrecken durch Kassel, Lohfelden, Niestetal und Staufenberg wohnen, haben den Eindruck: So oft wie dieser Tage hat es noch nie gekracht und so schlimm waren die Folgen noch nie.

Dieser Eindruck und die Siutation auf der A 7 wird nun auch Thema in Wiesbaden. In einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung verlangt der SPD-Landtagsabgeordnete Timon Gremmels aus Niestetal von der Landesregierung Auskunft über die Verkehrs- und Unfallentwicklung in dem hessischen Abschnitt der Fernstraße. Insgesamt neun Fragen richtet der Abgeordnete an die Regierung, zuständig sind Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und der für die Polizei verantwortliche Innenminister Peter Beuth (CDU). Und das will der Abgeordnete unter anderem wissen:

• Wie hat sich die Zahl der Personen- und Lastwagen auf der A 7 in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?

• Wie hat sich die Zahl der Verkehrsunfälle mit Verletzten und Toten in dieser Zeit entwickelt?

• Was waren die Hauptursachen für Staus?

• Welche Unfallschwerpunkte gibt es und wie sollen sie beseitigt werden?

Bei der Polizei hat man sich auf HNA-Anfrage noch einmal die Statistik über die schweren Verkehrsunfälle in dem A7-Abschnitt angeschaut und kommt zu einem für den betrachter überraschenden Ergebnis. „Die Zahl der schweren Unfälle ist nicht gestiegen“, sagte Polizeisprecher Torsten Werner am Freitag. Sie sei im Beobachtungszeitraum gleich geblieben beziehungsweise „eher sogar rückläufig“.

Gleichwohl haben die jüngsten Horror-Crashs im Bereich der Lärmschutzbaustelle die Beamten auf den Plan gerufen. Es gebe verstärkt Tempokontrollen in dem problematischen Abschnitt, sagte Werner. Auch würde die Einhaltung des Sicherheitsabstands verstärkt überprüft.

Zu hohes Tempo, verbunden mit zu geringem Abstand, war zumeist der Grund für die schweren Unfälle in den vergangenen Monaten.

Von Peter Ketteritzsch

Archiv-Video: Unfall am 28. August

Archiv-Video: Unfall am 14. August

Archiv-Video: Unfall am 7. August

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