Bei Kassel

Nach Unfallserie auf der A7: Jetzt mehr Kontrollen

Lohfelden / Niestetal / Kassel. Nach der Serie schwerer Unfälle mit Verletzten und Millionenschäden in der Lärmschutzbaustelle der Autobahn 7 zwischen Kassel-Mitte und Kassel-Nord forciert die Autobahnpolizei die Kontrollen in dem problematischen Abschnitt.

Das erklärte der Sprecher des hessischen Innenministeriums, Marco Krause, am Freitag auf HNA-Anfrage.

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Demnach setzt die Polizei verstärkt Zivilfahrzeuge ein, die mit Videokameras ausgerüstet sind. Aufgabe der Besatzungen sei es, verstärkt die Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit - innerhalb der Baustelle gilt Tempo 80 - und des Sicherheitsabstands zu überwachen.

Die fatale Kombination aus zu hohem Tempo und zu geringem Sicherheitsabstand gilt als Hauptursache für die Horror-Unfälle, an denen in den vergangenen Monaten vor allem Lastwagen beteiligt waren. Zuletzt war vor zwei Wochen bei einem Unfall in der Langzeitbaustelle eine 38-jährige Frau aus Spangenberg schwer verletzt worden. Ein Lastwagen hatte am Ende eines Staus nicht mehr rechtzeitig bremsen können und ihren Opel Corsa auf einen davorstehenden Lastwagen geschoben.

Fest installierten Radaranlagen zur Überwachung des Tempos in dem rund sechs Kilometer langen Baustellenbereich erteilt das Innenministerium auf Nachfrage eine Absage. Aufgrund des „überwiegend hohen Verkehrsaufkommens“ mache diese Form der Kontrolle „weniger Sinn“, sagte Ministeriumssprecher Krause. An die Verkehrsteilnehmer appelliert der Sprecher, innerhalb der Baustelle mit „erhöhter Konzentration“ zu fahren. Er weist zudem darauf hin, dass Überholfahrspuren mit deutlich geringerer als der normalen Breite auch von vielen Personenwagen und Kleintransportern nicht benutzt werden dürfen.

Druck aus der Region 

Dass auf der A7 jetzt verstärkt kontrolliert wird, hängt auch mit dem politischen Druck aus der Region für mehr Sicherheit auf Nordhessens am stärksten befahrener Fernstraße zusammen. Nach der Ankündigung von Innenminister Peter Beuth (CDU) und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) vom Donnerstag, die ebenfalls stark unfallträchtige Autobahn 3 bei Frankfurt stärker überwachen zu lassen, mahnten der SPD-Landtagsabgeordnete Timon Gremmels (Niestetal) und FDP-Vizechef Lasse Becker (Vellmar) gegenüber dieser Zeitung an, „Nordhessen nicht aus den Augen zu verlieren“.

Von Peter Ketteritzsch

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