Entschärfung im Raum Kassel notwendig

Bald Stauwarner auf der A7: Reaktion auf Unfälle und immer mehr Verkehr

Verkehr nimmt dramatisch zu: Bis 2025 werden tagtäglich über 101 000 Fahrzeuge, darunter 25 500 Lastwagen, auf der A 7 bei Kassel unterwegs sein. Foto: Ketteritzsch

Niestetal / Lohfelden /Fuldabrück / Kassel. Als Reaktion auf die zahlreichen schweren Unfälle in den vergangenen Monaten und angesichts des dramatisch zunehmenden Verkehrs in den kommenden Jahren will das Land Hessen an den Autobahnen bei Kassel technisch aufrüsten.

Um die Verkehrsströme künftig flexibel lenken und Verkehrsteilnehmer aktuell vor Staus und Baustellen warnen zu können, sollen über den Fernstraßen so genannte Verkehrsbeeinflussungsanlagen installiert werden.

Das geht aus der Antwort von Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) auf eine Kleine Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Timon Gremmels (Niestetal) hervor.

Aktualisiert um 16.30 Uhr

Laut Ministeriumssprecher Wolfgang Harms ist vorgesehen, die Schilderbrücken mit den Anlagen bis Mitte 2017 zu installieren. Sie sollen an der A 7 in Fahrtrichtung Süden vor dem Kreuz Kassel-Mitte, an der A 44 Fahrtrichtung Osten vor dem Kreuz Kassel-West und an der A 49 in Fahrtrichtung Norden vor dem Kreuz Kassel-West errichtet werden. Die mit LED-Anzeigen ausgestatteten Tafeln sollen vor Staus warnen sowie Tempolimits und Verzögerungen bis zu einem bestimmten Fahrtziel anzeigen, sagte Harms. Die exakten Standorte und Kosten stehen laut Simone Reuß von Hessen Mobil in Wiesbaden noch nicht fest. Die Schilderbrücken gibt es bislang vor allem im Ballungsgebiet Rhein-Main.

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Das Hessische Verkehrsministerium rechnet für die kommenden zehn Jahre mit einer erheblichen Zunahme des Verkehrs auf der A 7. So werden Prognosen zufolge im Jahr 2025 in dem 22 Kilometer langen Abschnitt zwischen der Landesgrenze und der Anschlussstelle Guxhagen täglich 101.200 Fahrzeuge verkehren. Zum Vergleich: 2010, als letztmals Zahlen erhoben wurden, waren es noch 72.900. Die Zunahme um 30 Prozent erklärt sich auch dadurch, dass der West-Ost-Verkehrauf der Autobahn 44 künftig auf einer Länge von rund sechs Kilometern auf der A 7 mitlaufen wird. Betroffen ist der Abschnitt zwischen dem Südkreuz Kassel und der heutigen Anschlussstelle Kassel-Ost, die zu einem Autobahndreieck umgebaut werden soll. Um den zusätzlichen Verkehr aufnehmen zu können und die Auswirkungen für die Anwohner zu reduzieren, wird die A 7 achstreiftig ausgebaut und zurzeit bereits mit bis zu zwölf Meter hohen Lärmschutzwänden versehen.

Besonders dramatisch wird in den kommenden Jahren die Zahl der Lastwagen auf der A 7 zunehmen. 25.500 Lkw innerhalb von 24 Stunden sagt das Verkehrsministerium für 2025 voraus. 2010 waren es noch 14.100. Aus den Zahlen müssten Konsequenzen gezogen werden, forderte der Abgeordnete Gremmels im Gespräch mit der HNA: Er spricht sich für eine dauerhafte Geschwindigkeitsbegrenzung und ausreichend breite Fahrstreifen aus, insbesondere dort, wo A 7 und A 44 parallel verlaufen. Wie berichtet, soll die Zahl der Fahrspuren zwischen Südkreuz Kassel und Kassel-Ost von sechs auf acht erweitert werden - allerdings ohne die Autobahn insgesamt zu verbreitern. Weitere Forderung des Parlamentariers: Mehr Lärmschutz im Bereich der Autobahnbrücke Niestetal.

Von Peter Ketteritzsch

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