Mehr Verkehr durch Orte befürchtet

Autobahn 44: Parallel verlaufende Bundesstraße 7 soll aufgegeben werden

Was kommt auf Kaufungen und Helsa zu? Wenn es die Bundesstraße 7 nicht mehr gibt, wird der Verkehr bei einem Unfall auf der Autobahn 44 wohl durch die Orte fließen. Unser Foto zeigt die Leipziger Straße in Oberkaufungen. Foto:  Ketteritzsch

Kaufungen/Helsa. Bei der Planung für die A44 durch das Lossetal gibt es erhebliche Veränderungen. Nach den Unterlagen der Straßenbaubehörde wird die Bundesstraße 7 im Bereich Oberkaufungen von der Bildfläche verschwinden. Damit fällt sie allerdings auch als Umleitungsstrecke für Staus weg.

Sollte es die Bundesstraße 7 tatsächlich nicht mehr geben, stellt sich die Frage, ob der Umleitungsverkehr bei Unfällen und Baustellen künftig über die Kreisstraße 7 und damit durch die Orte fließen wird. Und was wird während des Baus der Autobahn? Spätestens wenn die Trasse östlich der Kunstmühle an der Reihe ist, wäre es mit einer durchgehenden B  7 im Lossetal nämlich vorbei.

Auf den Karten ist die 1981 für den Verkehr freigegebene B  7 zwischen der heutigen Anschlussstelle Oberkaufungen und einem Punkt gut 300 Meter östlich der Kunstmühle durchgestrichen.

PDF-Download: Infografik des Streckenabschnitts

In den Planungsunterlagen von Hessen Mobil - sie liegen der HNA vor - wird die Ost-West-Verbindung als „Entsiegelungsfläche“ bezeichnet, auf der eine „Gehölzpflanzung“ vorgesehen ist. Grund für das Verschwinden der Bundesstraße ist den Karten zufolge eine Verschiebung der Autobahn 44. War bisher vorgesehen, die Fernstraße in den Hang des Stiftswaldes hineinzubauen, so verläuft die Trasse nun weiter nördlich und somit fast im Tal. Hinter der Kunstmühle verschmilzt sie nunmehr praktisch mit der heutigen Trasse der Bundesstraße, wodurch diese wegfällt. Die bisher bekannten Planungen zur Autobahn 44 sahen vor, dass die Bundesstraße 7 parallel zur Autobahn 44 im Lossetal verlaufen sollte. Dritte Straße in dem engen Tal zwischen Oberkaufungen und Helsa wäre die Kreisstraße 7 gewesen. Auf den neuen Karten der Straßenbaubehörde zu erkennen ist die Bundesstraße 7 erst wieder westlich von Helsa im Bereich der heutigen Abfahrt Mariengrund. Von dort läuft sie den Unterlagen zufolge wie heute weiter in Richtung Waldhofkurve und Eschenstruth.

Wie soll die B7 eingestuft werden?

Im vergangenen Jahr hatte es es eine Diskussion über die künftige Einstufung der Straßen im Lossetal gegeben. Hessen Mobil hatte vorgeschlagen, die Bundesstraße 7 zu einer Gemeindestraße herabzustufen und der Gemeinde Kaufungen zu übertragen. Bürgermeister Arnim Roß (SPD) hatte dies mit dem Hinweis auf die Unterhaltskosten abgelehnt.

Rückendeckung erhielt er von Landrat Uwe Schmidt (SPD). Er hatte vorgeschlagen, die B  7 zurückzubauen, aber in der Regie des Bundes zu belassen. Nach der Fertigstellung der A  44, so Schmidt damals, werde die B  7 die „erste Umleitungsstrecke“ sein. Genau das könnte bei der neuen Planung von Hessen Mobil der Knackpunkt für Kaufungen und Helsa werden.

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