Zum 100. Internationalen Frauentag gestalteten Frauen aus Baunatal eine Ausstellung im Rathausfoyer

Mit Autoschlüssel in die Freiheit

Setzen sich für Gleichberechtigung ein: Kamela Mohtezebsada (links) und Hiltrud Gothmann-Horn vor dem Stand der afghanischen Frauen. Die Baunatalerinnen halten die Dinge in den Händen, die ihnen besonders wichtig sind im Leben. Foto: Flohr

Baunatal. „Vor 20 Jahren habe ich als alleinerziehende Mutter keine Wohnung vermietet bekommen“, sagte Hiltrud Gothmann-Horn. Dieses Erlebnis hat sie geprägt, deshalb hat die Großenritterin nun für den Weltfrauentag in der Arbeitsgemeinschaft katholischer Frauen geworben.

Am Dienstagabend stellten acht Baunataler Frauengemeinschaften im Rahmen des 100. Internationalen Frauentags Steckbriefe von Frauen sowie Gegenstände zur Gleichberechtigung und zum Frausein aus.

Besticktes Tuch

Kamela Mohtezebsada kam vor 15 Jahren aus Afghanistan nach Deutschland. Die studierte Psychologin arbeitet hier als Sozialassistentin. In den Koffer mit Dingen, die sie mit der Gleichberechtigung der Frau verbindet, hat die 54-Jährige eine Schachtel Medikamente und ein besticktes Tuch ihrer Mutter gelegt.

„Das Tuch trage ich seit 25 Jahren bei mir, egal wo ich bin, deshalb ist es mir so wichtig“, sagt Mohtezebsada, die sich in der Gruppe afghanischer Frauen engagiert. Die Medikamente benötigt sie für ihre Gesundheit.

Hiltrud Gothmann-Horn verbindet mit Gleichberechtigung die Freiheit, Auto fahren zu können. „Damit fühle ich mich unabhängig, deshalb der Autoschlüssel in meinem Koffer“, sagt die 59-Jährige.

Beide Frauen sind sich einig, dass es gar nicht so einfach ist, das Frausein zu definieren. Denn Frau und Mutter seien unterschiedliche Rollen, da sind sich die beiden einig. Für Mohtezebsada ist es wichtig, selbstsicher ihre Ziele zu erreichen, gleiche Rechte zu haben. Und für sie steht die Familie an erster Stelle.

Gothmann-Horn sieht das ähnlich. Sie wünscht sich, dass Frauen mit Kindern in der Gesellschaft einen guten Platz bekommen und dank guter Ausbildung einen passenden Arbeitsplatz erhalten. Irmgard Schüler, Frauenbeauftragte der Stadt Baunatal, hatte den Internationalen Frauentag zusammen mit den Netzwerkfrauen vorbereitet.

Über 100 Frauen und sieben Männer kamen zur Eröffnung und ließen sich von der Musik von Soulsonic begeistern. Bürgermeister Manfred Schaub und Erste Stadträtin Silke Engler-Kurz sprachen darüber, dass die Bedeutung des Tages nicht vergessen werden darf, auch wenn Frauen heutzutage mehr Rechte haben.

Die Ausstellung über Erfahrungen und Wünsche von Frauen unterschiedlichen Alters, nationaler Herkunft und Lebenserfahrungen ist bis zum 18. März im Rathausfoyer zu sehen.

Von Stefanie Flohr

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.