Drohendes Verkehrschaos im Lossetal

B 7: Landrat verhandelt über Erhalt

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Jetzt Verhandlungssache: Landrat Uwe Schmidt wird mit dem Land über die Übernahme der Bundesstraße 7 in die Regie des Landkreises Kassel verhandeln. Unser Foto zeigt den Abschnitt bei Oberkaufungen, der nach den aktuellen Plänen des Landes wegfallen soll.

Kaufungen/Helsa. Um zu verhindern, dass die Umleitungsstrecke der künftigen A 44 im Lossetal durch Kaufungen und Helsa führt und es zu einem Verkehrschaos in den engen Ortsdurchfahrten kommt, darf Landrat Uwe Schmidt (SPD) über die Übernahme der Bundesstraße 7 durch den Landkreis Kassel verhandeln.

Mit einer knappen Mehrheit von vier Stimmen setzten sich die Sozialdemokraten gestern im Kreistag mit ihrer Idee für eine Herabstufung der vorhandenen Straßen im Lossetal durch. Heftiger Widerstand gegen den Plan kam von den Christdemokraten. Sie trugen lediglich den Teil des Antrags mit, in dem der Kreisausschuss aufgefordert wird, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um den vom Land im Zuge des A 44-Baus vorgesehenen Wegfall der B 7 zwischen Oberkaufungen und Helsa zu verhindern.

Neben Gesprächen mit Vertretern des Landes wird Schmidt auch mit den Bürgermeistern von Kaufungen und Helsa, Arnim Roß und Tilo Küthe (beide SPD), reden. Denn das Konzept der SPD sieht vor, dass im Gegenzug zu dem Engagement des Kreises für den Erhalt der Bundesstraße die beiden Kommunen die heutige Kreisstraße 7 als Gemeindestraße übernehmen. In der Debatte des Kreistages nannte die SPD-Fraktionschefin Ulrike Gottschalck (Niestetal) den Vorstoß ein „pragmatisches Vorgehen, um den Rechnungsprüfern den Wind aus den Segeln zu nehmen“. Man könne „nicht sehenden Auges ins Chaos gehen“, sagte die Bundestagsabgeordnete, die in Berlin dem Verkehrsausschuss angehört.

CDU-Fraktionsvorsitzender Frank Williges (Helsa) sprach dagegen von einem „fatalen Signal“, das die Verhandlungsposition der Kommunen gegenüber Land und Bund schwäche. Der Bund wolle die Autobahn, dann müsse er auch für eine Umleitungsstrecke aufkommen. Williges erinnerte an die insgesamt rund 65.000 Euro, die Kaufungen und Helsa pro Jahr allein für den Unterhalt einer zur Gemeindestraße heruntergestuften Verbindung zahlen müssten.

Für Jochen Lody (Grüne/Kaufungen) ist nicht der „gelegentliche Umleitungsverkehr“ das Problem im Lossetal, sondern „Lärm, Abgase und Flächenverbrauch“. Bärbel Mlasowsky (Freie Wähler/Zierenberg) unterstützte dagegen den SPD-Vorschlag: „Der Mensch ist auch ein Teil der Natur.“ Die Linken übten in der Ablehnung des SPD-Vorschlags den Schulterschluss mit der CDU. Der Kreis solle nicht von sich aus einen Kompromiss vorschlagen, sagte Christian Lange (Fuldabrück).

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