Zum Planschen und Schwimmen mussten die Großenritter Kinder weit fahren

Baden bei Denn und Ditt

Nasser Spaß in der Fulda: Großenritter Kinder beim Baden. Meistens fuhren die Mädchen und Jungen mit ihren Fahrrädern an das Flussufer bei Dennhausen (genannt Denn) und Dittershausen (Ditt). Fotoa: Sammlung Ria ahrend/nh

Baunatal. Ein Besuch in einem Freibad oder Hallenbad war für uns während des Krieges wegen der Bombenangriffe nicht möglich. Bei der Suche nach alten Fotos aus den Kindertagen entdeckte ich in Alben viele Bilder, auf denen eine Wanne mit kleinen „Nacketfröschen“ zu sehen war.

Ich weiß noch ganz genau, als das Foto mit dem „Stunz“, in dem mein Bruder und ich saßen, aufgenommen wurde. Eigentlich wollte ich nicht mit auf das Bild, da ich mich wegen meines nackten Oberkörpers ein wenig schämte.

Schon am frühen Morgen wurde die Wanne in die Sonne gestellt und halbvoll gefüllt, so dass am Nachmittag das Wasser gerade die richtige Temperatur aufwies. Wir hüpften mit Begeisterung ständig in die Wanne rein und wieder raus.

So dauerte es gar nicht lange, bis das Wasser wegen unserer schmutzigen Füße eine leicht bräunliche Färbung annahm. Diese Verunreinigung wurde durch Zuschütten von frischem Wasser etwas gemindert.

Die größeren Kinder zogen eine andere Art von Badevergnügen vor. Sie suchten sich eine geeignete Stelle am Bach aus und bauten sich einen Damm aus „Graskutzeln“. Zur Verstärkung dienten Äste von Bäumen und Sträuchern. Auf diese Weise wurde das Wasser gestaut, und es entstand mitunter eine Wassertiefe von über einem Meter. So manches Kind hat in einem solchen Tümpel das Schwimmen gelernt.

Im Kasseler Hallenbad nahm ich nach dem Krieg privaten Schwimmunterricht und hatte so Gelegenheit, die Freischwimmerprüfung abzulegen. Bei sommerlichen Temperaturen war ich natürlich darauf bedacht, so oft wie möglich Abkühlung in einem Schwimmbecken zu suchen.

Das Wilhelmshöher Bad war für mich das naheliegendste und per Fahrrad und anschließender Fahrt mit der Herkulesbahn, wenn auch umständlich, zu erreichen. Auch das Wasser der Fulda konnte man damals noch zum Baden nutzen.

Wir fuhren mit unseren Rädern nach „Denn und Ditt“. Jedermann wusste, dass damit der Fuldastrand bei Dennhausen und Dittershausen gemeint war.

Zum Abkürzen der Strecke fuhren wir gleich beim Bahnhof Rengershausen den steilen Fußweg hinab, den sonst die Fahrgäste der Bahn benutzten, um schneller am Bahnhof zu sein. Glücklicherweise ging immer alles gut, doch wehe, wenn die Bremsen versagt hätten!

Wir fühlten uns am flachen Ufer des Flusses wohl. Viel zu schnell verging beim Baden und Sonnen die Zeit. Nun hieß es die Räder bergauf schieben, um rechtzeitig zu Hause zu sein. http://zu.hna.de/rtdTux

Von Ria Ahrend

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