Nach 40 Jahren wird PCB-verseuchtes IGS-Gebäude geschliffen - Neubau startet Mitte Juni - Fertig Juli 2012

Bagger nagen die alte Penne weg

Fugenkratzer: In weißen Schutzanzügen holen (von links) Neset Ceilkten, Alexander Sernev und Waldemar Just das giftige PCB heraus, das zum Abriss des IGS-Gebäudes führte. Hinten Bauleiter Dirk Becker. Fotos: Stier

Kaufungen. In 40 Jahren haben sich Zehntausende von Schülern in dem Hauptgebäude der IGS (Integrierte Gesamtschule) Kaufungen Wissen fürs Leben angeeignet. Doch jetzt hat das letzte Stündlein der alten Penne geschlagen: Weil die Mauerfugen mit dem giftigen PCB verseucht sind, wird der schmucklose Kastenbau von Anfang der 70er-Jahre komplett abgerissen, die knapp 1000 Schüler der IGS werden schon seit Mitte März im schmucken Neubau daneben unterrichtet.

Mitte Juni alles weg

„Bis Mitte Juni ist alles weg“, gibt Architekt Joachim Döring den Zeitplan vor. In den vergangenen Wochen haben Männer der Arbeitsförderung Kreis Kassel den großen Schulbau ausgeräumt, 230 große Fenster, jedes zwei Zentner schwer, wurden herausmontiert. Die zur Dämmung eingebaute Mineralwolle gilt heute ebenfalls als giftiger Sondermüll und musste separat entsorgt werden. Derzeit wird die mit PCB belastete Fugenmasse herausgekratzt, auch sie kommt auf die Giftmülldeponie. Extrem aufwendig ist es, 5000 Quadratmeter Linoleumboden herauszukratzen. Das, so Bauleiter Dirk Becker vom Gudensberger Bauunternehmen Horst Becker, geht nur im Schleichgang mit schwerem Gerät.

In etwa zwei Wochen beginnt der Abbau von 4500 Kubikmetern Beton. Ein Bagger mit einem 22 Meter langen Arm und einer Kneifzange an der Spitze wird das Schulgebäude Stück für Stück von oben her abnagen.

Mitte Juni werden nach Aussage des Kaufunger Architekten Joachim Döring die Gründungsarbeiten für den Neubau beginnen, der im Juli 2012 bezugsfertig sein soll.

Darin werden neben der Mensa auch die neue Bücherei und die Aula Platz finden. Entschieden ist, dass sich die Gemeinde Kaufungen an der neuen Bücherei beteiligen wird, die daher rund 300 Quadratmeter groß wird. Ob die Gemeinde künftig auch die Aula als Bürgerhaussaal mitnutzen wird, ist noch offen. Bisher, so Döring, habe es dazu noch keine Gespräche gegeben.

Kreissprecher Harald Kühlborn rechnet damit, dass die Verhandlungen zwischen Kreis und Gemeinde jetzt bald beginnen werden.

Von Thomas Stier

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