Rosa und Rudolf Dieterich feiern heute Fest der Eisernen Hochzeit – Sieben Urenkel dabei

Die Bahn hat ihnen Glück gebracht

Glücklicher Tag: Rosa und Rudolf Dieterich aus Ahnatal feiern heute das Fest der Eisernen Hochzeit. Die Großfamilie feiert mit. Foto: Sommerlade

Ahnatal. „Ein Blick aus dem Fenster ist für uns immer wieder schön“, sagt Rudolf Dieterich. Wenn der 87-Jährige und seine ein Jahr jüngere Ehefrau Rosa aus dem Wohnzimmerfenster ihres gemütlichen Wohnhauses auf den gegenüberliegenden Ahnataler Bahnhof schauen, werden sie stets an ihr Kennenlernen vor mehr als 65 Jahren erinnert. Heute feiert das Ehepaar das seltene Fest der Eisernen Hochzeit.

„Bei der Bahnfahrt hat es gefunkt“, erinnert sich Dieterich an die erste Begegnung mit der damaligen Rosa Koch. Seinerzeit fuhren die beiden Teenager täglich im selben Zug von Zierenberg beziehungsweise Weimar zur Arbeitsstelle nach Kassel. „Wenn Rosa in den Zug einstieg, stieg auch mein Puls“, erzählt der aufgeweckte Senior.

Und auch der jungen Rosa erging es ähnlich. Bevor sich aber beide näher kennenlernen konnten, wurde der Mann aus Zierenberg zur Wehrmacht eingezogen. Doch auch in der schwierigen Zeit des Krieges und des Einsatzes in Ostpreußen vergaß Rudolf Dieterich seine Bahnbekanntschaft nicht. „Als ich Urlaub bekam, führte mich mein erster Weg zu Rosa.“

„Als ich Urlaub bekam, führte mich mein erster Weg zu Rosa.“

Rudolf Dieterich

Mit Ende des Zweiten Weltkriegs war sich das junge Paar schnell einig, dass man den weiteren Lebensweg gemeinsam bestreiten wollte. Die geplante Hochzeit wurde allerdings nicht zum fröhlichen Fest. Wenige Tage vor dem Hochzeitstag erreichte das junge Paar die Nachricht, dass der vermisste Bruder der Braut tatsächlich verstorben war. Der Hochzeitszug zur Kirche entfiel. Die Trauung durch Pfarrer Philipp Gild fand stattdessen im Hause Koch in der Elfbuchenstraße statt, wo das Eiserne Hochzeitspaar noch heute lebt.

Dort kamen in den Jahren 1947 und 1949 auch die beiden Töchter Karla und Elvira zur Welt. Veränderungen gab es auch beruflicher Natur. Der gelernte Maurer fand fortan eine Beschäftigung bei der Bundesbahn, wo er bis zum Ende seines Berufslebens tätig war. „Die Bahn hat mir also in mehrfacher Hinsicht Glück gebracht. Erst die große Liebe, danach eine feste Arbeitsstelle. Die damit verbundenen Freifahrtscheine haben wir für gemeinsame Urlaubsfahrten genutzt.“

Das seltene Ehejubiläum begehen die Dieterichs gemeinsam mit ihren Kindern, vier Enkelkindern und mittlerweile sieben Urenkeln. „Das Schönste ist für uns, unser Ehejubiläum bei guter Gesundheit im Kreise der Großfamilie feiern zu können“, sagen die Eheleute. „Dafür sind wir sehr dankbar.“

Von Martina Sommerlade

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.