Bahnhof Guntershausen: Rampen sind wieder ein Thema

Hier geht’s zum Bahnhof: Gerda und Günter Freudenstein testeten den neuen Weg aus der Unterführung in den Ort. Viel Lob gab es von ihnen und anderen Guntershäusern für die Gestaltung der Anlage. Die Stadt baute die Anbindung auf Bahngelände. Fotos: Kühling

Baunatal. Der Weg zum Bahnhof in Guntershausen ist ein Stück sicherer geworden. Am Dienstag eröffnete die Stadt Baunatal einen neuen Zugang auf der Ostseite des Dorfes, der an die bestehende Unterführung der Bahn angeschlossen ist. Von dort aus können die Fahrgäste per Treppe zu den Gleisen gelangen.

Der gefährliche Weg durch einen engen Straßentunnel ohne Gehwege an den Tunnelwänden entfällt damit. Parallel zur Eröffnung des Anschlusses kommt das Thema Barrierefreiheit erneut in die Diskussion.

430 000 Euro hat die Stadt Baunatal in den Bau der Wegeanbindung (auf Bahngelände) investiert. 215 000 Euro kamen nach Angaben von Erster Stadträtin Silke Engler (SPD) vom Land Hessen.

Zustande gekommen ist die jetzige Lösung erst nach mehrfachen Hinweisen in der HNA. Die Planer im Rathaus waren nämlich ursprünglich davon ausgegangen, dass ein Wegeanschluss vom Ort an die von der Bahn gebaute Unterführung gar nicht möglich sei, weil noch Gleise zwischen den Bahnsteigen und der Straße Am Bahnhof liegen. Erst aufgrund der Berichterstattung in unserer Zeitung mit dem Hinweis, dass es längst keine Schienen an dieser Stelle mehr gibt, wurden Gespräche zwischen Stadt und Bahn über das schon zu den Akten gelegte Projekt wieder aufgenommen. Jetzt ist der Weg da.

Leise Hoffnungen können sich die Fahrgäste machen, dass die Bahn die Zugänge zu den Bahnsteigen doch noch barrierefrei gestaltet. Bislangwurde immer die Grenze von 1000 Reisenden am Tag genannt, damit das Unternehmen möglicherweise Rampen einbaut. Etwa 200 Fahrgäste seien es in Guntershausen, hieß es. Rollstuhlfahrer, Radler und Menschen mit Kinderwagen hatten sich beklagt, dass das Unternehmen bei der Neugestaltung der Anlage auf Rampen verzichtete.

Möglicherweise sei die Zahl von 1000 Einstiegen am Tag inzwischen erreicht, sagte Gerd Tucholka, Bahnhofsmanager der Bahn jetzt überraschend. „Zumindest ist man in der Nähe davon.“ Tucholka, der allerdings demnächst beruflich zurück nach Thüringen geht, will die Angelegenheit erneut prüfen. Parallel gebe es bereits erste Gespräche mit dem NVV und Hessen Mobil über den Einbau von Schieberampen, so Tucholka. Passend dazu verwies die Erste Stadträtin auf den Radweg R 1, der durch Guntershausen verlaufe. Viele Radfahrer kämen zunächst mit der Regiotram, um dann weiter mit dem Rad zu fahren.

Zahlreiche Guntershäuser nahmen an der kleinen Eröffnungsfeier für den städtischen Weg am Bahnhof teil. Grundsätzlich herrschte Freude über die neu geschaffene Anbindung. Es gab aber auch Kritik an der Bahn. „Die Leute, die hier nicht hoch und runter kommen, gehen der Bahn verloren“, sagte Georg Ebbrecht. Dieter Ingold hatte sogar einen Rollstuhl mit zum Bahnhof gebracht, um auf die Schwierigkeiten für Behinderte an den Treppenaufgängen aufmerksam zu machen.

„Es kommen viele mit Rollstuhl, Rollator, Kinderwagen und Fahrrad. Die kommen nicht hoch“, untermauerte auch Gerda Freudenstein. Lob gab es von ihr allerdings für den neuen Weg der Stadt. „ Das haben sie ganz toll gemacht.“

Von Sven Kühling

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