Zusätzliche Plätze in Unterkünften

Bald 1000 Asylbewerber im Landkreis Kassel: Zahl der Zuweisungen steigt

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Schwere Schicksale: 676 Flüchtlinge, darunter viele Kinder, leben gegenwärtig im Landkreis Kassel.

Kreis Kassel. Ende dieses Jahres werden im Landkreis Kassel wahrscheinlich 1000 Asylbewerber untergebracht sein. Das erklärte Vizelandrätin Susanne Selbert (SPD) am Dienstag auf HNA-Anfrage.

„Wir gehen davon aus, dass im Herbst die Zahl der Zuweisungen wieder stärker steigen wird.“ Zurzeit werden daher die Plätze in den Gemeinschaftsunterkünften aufgestockt. Wie berichtet, muss die hessische Erstaufnahmestelle in Gießen Flüchtlinge inzwischen in Zelten unterbringen, weil nicht ausreichend feste Unterkünfte zur Verfügung stehen.

Während sich die Zahl der Flüchtlinge im Landkreis Kassel im Frühjahr stabilisiert hatte, ist laut Selbert gegenwärtig wieder ein Anstieg zu verzeichnen. Zurzeit leben nach Angaben der Vizelandrätin 676 Asylbewerber im Kreis. 302 von ihnen, also 45 Prozent, sind inzwischen in Privatwohnungen untergebracht, was dem ausdrücklichen Wunsch Selberts entspricht. Die übrigen Flüchtlinge leben in Gemeinschaftsunterkünften. „Unser Ziel ist es, möglichst viele Mietverhältnisse in Wohnungen zu verwirklichen“, so die SPD-Politikerin. Diese Form der Unterbringung ermögliche am besten die Integration der Menschen.

In der Praxis fehlt es laut Kreissprecher Harald Kühlborn noch immer an kleinen Wohnungen, in denen auch Flüchtlinge ohne Familien untergebracht werden können. Die Mietverträge werden im Übrigen direkt zwischen den Wohnungseigentümern und den Flüchtlingen geschlossen. Die Miete kann aber auf Wunsch direkt von der Kreisverwaltung an die Vermieter überwiesen werden. „Wir haben sehr gute Erfahrungen mit der Unterbringung in Privatwohnungen gemacht“, bilanziert Vizelandrätin Selbert.

Inzwischen leben Asylbewerber in 19 der 29 Städte und Gemeinden des Landkreises. Das Gros stammt aus Somalia (115), Afghanistan (76) und Eritrea (71). Insgesamt kommen die Flüchtlinge aus mehr als 19 Ländern.

Von Peter Ketteritzsch

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