Gemeinde lässt Rasengräber für alle Helsaer Friedhöfe anlegen – Geringere Kosten und keine Grabpflege

Bald Bestattung unter Bäumen

Bagger auf dem Gottesacker: Auf dem Helsaer Friedhof werden zurzeit neue Wege und Rosenbeete angelegt. Hier entsteht die Möglichkeit für pflegelose Rasengräber neben Rosen oder unter großen Bäumen. Foto: Schindler

Helsa. Die Bestattungskultur ist im Umbruch, immer mehr Menschen wünschen sich nach ihrem Tod eine Beerdigung in pflegeleichten oder gar pflegelosen Gräbern. Die Gemeinde Helsa reagiert nun auf dieses Bedürfnis und will künftig auf allen Friedhöfen neue Angebote machen. Damit soll auch ein Beerdigungstourismus in Richtung Friedwald verhindert werden. Das Motto der Gemeinde: Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt in Helsa oder seinen Ortsteilen hatten, sollen hier auch für die letzte Ruhe einen angemessenen Platz finden. Die Gemeinde hat in Zusammenarbeit mit der Friedhofskommission und dem Kasseler Büro PlanRat in den vergangenen zwei Jahren ein Konzept für die Friedhöfe in allen Ortsteilen erarbeitet. „Wir wollten uns an den Wünschen der Menschen orientieren“, sagt Bürgermeister Tilo Küthe (SPD).

Auf dem Helsaer Friedhof wurde mit den Arbeiten bereits begonnen. Oberhalb der Friedhofskapelle wird eine großzügige Anlage mit Baumgräbern und verschiedenartigen Rasengräbern zwischen ansprechend gestalteten Rosenbeeten errichtet.

Die Beete werden in Form von Blütenblättern angelegt. In der Wiese direkt daneben sind Sarggräber und Urnengräber vorgesehen. Diese Rasengräber sind pflegeleicht, das heißt, man kann höchstens eine Blume ans Grab stellen. Auf Wunsch sind sie für die Angehörigen sogar pflegelos. In allen Fällen sorgt die Gemeinde für die Pflege des Rasens.

Wer möchte, kann sich auch unter einem Baum bestatten lassen. Zwischen Findlingen in der Baumscheibe sind Urnenbestattungen möglich.

Die Arbeiten auf dem Helsaer Friedhof sollen im Frühjahr abgeschlossen sein. Dann können die neuen Gräber belegt werden. Für die Ortsteile wurden unterschiedliche Pläne erarbeitet. So soll in Wickenrode eine Rosenspirale gepflanzt werden, in Eschenstruth erscheint das Rosenbeet in Form eines Auges. Auf dem Friedhof in St. Ottilien kann man sich künftig direkt unter den malerischen Bäumen bestatten lassen. 141 000 Euro sind im Gemeindehaushalt fürs laufende Jahr vorgesehen. Insgesamt wird die Umgestaltung der Friedhöfe rund 400 000 Euro kosten. Bewährt hat sich bereits eine weitere Neuerung. So ist ein Bauhofmitarbeiter seit zwei Jahren eigenverantwortlich für die Pflege der örtlichen Friedhöfe zuständig.

Statt der früher eingesetzten Fremdfirma kümmert er sich mit einer halben Stelle um quietschende Friedhofstore, den Rasen und das Abräumen von Gräbern, die von Angehörigen nicht mehr gepflegt wurden. „Der Pflegezustand hat sich erheblich verbessert“, sagt der Bürgermeister. HINTERGRUND

Von Holger Schindler

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