Die Städtischen Werke Kassel prüfen den Bau mehrerer Anlagen am Bielstein und am Großen Belgerkopf

Bald Windräder im Stiftswald

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Steht dem Ritterschftlichen Stift vor: Thilo von Gilsa.

Kaufungen/Helsa/Niestetal. Nach dem Aus für den geplanten Windpark der Gemeinden Kaufungen und Nieste am Sensenstein sollen nun südlich der Lossetalgemeinde im Stiftswald mehrere große Windräder entstehen.

Wie Thilo von Gilsa, Obervorsteher des Ritterschaftlichen Stifts, auf HNA-Anfrage bestätigte, will das Stift den Städtischen Werken Kassel Waldflächen am Bielstein oberhalb des Michelskopfs und am Großen Belgerkopf für einen Windpark verpachten. Geplant sei, dort sechs bis acht Anlagen mit einer Nabenhöhe von 140 Metern zu errichten.

Die neuen Leistungskriterien für Windkraftanlagen würden an diesen Stellen erfüllt, sagte von Gilsa. Um genaue Daten zu gewinnen, wird es nach Angaben von Werke-Sprecher Ingo Pijanka, der die Verhandlungen mit dem Ritterschaftlichen Stift bestätigte, zwei Monate lang Messungen mittels eines speziellen Lasermessgeräts geben. Zudem könnten die Ergebnisse der derzeit laufenden Windmessungen am Warpel in der Söhre verwendet werden.

Vorgaben des Regierungspräsidiums

Wie berichtet, sollen nach den Vorgaben des Regierungspräsidiums Windräder grundsätzlich nur noch an Stellen errichtet werden können, an denen der Wind in einer Höhe von 140 Metern mit einer Geschwindigkeit von mindestens 5,75 Metern pro Sekunde weht. Obervorsteher von Gilsa geht davon aus, dass auf dem Höhenzug ein zweistelliger Millionenbetrag in die Anlagen investiert wird.

In zwei bis drei Jahren, so schätzt von Gilsa, könnte der Windpark in Betrieb gehen. Nach Einschätzung des Stiftsvertreters sind die Standorte nicht nur wegen der zu erwartenden Energieausbeute günstig. „Weil die Anlagen teilweise auf Windwurfflächen entstehen, muss nicht so viel Wald gerodet werden.“

Von Kaufungen aus nicht zu sehen

Außerdem seien die Windräder über bestehende Forstwege zu erreichen, mehr als zwei Kilometer von der Wohnbebauung entfernt und vor allem von Kaufungen aus praktisch nicht zu sehen.

Die neuen Leistungskriterien für Windkraftanlagen werden dagegen am Sensenstein nicht erfüllt. Während die Hessische Landgesellschaft (HLG) trotzdem an ihren Windpark-Plänen für das Areal rechts und links der Kreisstraße nordöstlich des Guts Windhausen festhält, haben die Städtischen Werke einen Teil ihrer Pläne für den Standort Niestetal ad acta gelegt.

Kein Windpark Niestetal I

Den sogenannten Windpark Niestetal I westlich des Mühlenberges wird es dem Vernehmen nach wegen zu geringer Energieausbeute nicht geben. Dort sollten mindestens drei Anlagen errichtet werden. Gut sieht es dagegen offenbar wohl für den Windpark Niestetal II an der Grenze zu Niedersachsen aus.

Unweit des Guts Ellenbach stehen bereits drei Windräder, jetzt kommen wohl weitere dazu. Werke-Sprecher Pijanka wollte sich zum Entwicklungsstand der Projekte in Niestetal nicht äußern. Es sei noch keine Entscheidung gefallen.

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