Fragen und Antworten zu Baunatals neuem Grünpflegekonzept

Bald wird seltener gemäht

Rasenmäher im Einsatz: Auf vielen städtischen Flächen wird man das künftig seltener sehen,. Das Bild mit Bernd Benthin entstand 2006 auf der Langenbergwiese, heute ist der städtische Mitarbeiter ist heute in der Rundsporthalle tätig. Archivfoto: Jünemann

Baunatal. Noch ist schwer vorstellbar, dass es bald sprießt und blüht. Doch der Frühling kommt und damit auch die erste Saison, in der Baunatals Bauhof nach einem neuen Grünpflegekonzept arbeiten wird. Hier sind Fragen und Antworten zu den Änderungen:

Warum war ein neues Konzept nötig?

Es muss inzwischen viel mehr Fläche gepflegt werden. aus 161 sind 184 Hektar geworden. Auch ist die Zahl der Bäume stark gewachsen, heute sind es 9800 an Straßen, auf Grünflächen und im Stadtpark. Ziel ist, mit der heutigen Mannschaft ein Mehr an Arbeit zu schaffen, zumal weitere Flächen durch neue Wohngebiete dazukommen werden.

Wie oft wird künftig städtischer Rasen gemäht?

Zumeist seltener als bisher. Im Detail richtet sich das nach der Art der Fläche, der Bedeutung für das Stadtbild, der Lage und nach dem Grad der Nutzung. Wurden manche Rasenflächen bisher bis zu 40-mal gemäht, so ist das nun nur noch höchstens 20-mal im Jahr vorgesehen.

Wie steht es um die vielen Beete und Grünflächen an den Baunataler Straßen?

Da wird je nach Lage ein- bis dreimal pro Saison gejätet und abgeschnitten, bis zu zehnmal gemäht. Allerdings sollen möglichst viele Flächen so umgestaltet werden, dass die Pflege leichter wird.

Was ist mit dem Baunataler Stadtpark?

Auch hier werden die Rasenmäher nicht mehr so oft im Einsatz sein. Statt bis zu 15- nur maximal achtmal. Leisel- und Baunsbergpark sind noch seltener dran.

Wie sieht es mit den Sportplätzen aus?

Ändert sich bei den Friedhöfen etwas?

Ja, die Grünflächen werden intensiver gepflegt. Dagegen bleibt es dabei, dass zweimal im Jahr Bodendecker auf Grabfeldern maschinell gekappt werden, an Einfassungen und Grabsteinen von Hand nachgeschnitten wird.

Welche Richtlinien gelten für Feldwege, Lärmschutzwälle und Wäldchen?

Da gab es bisher nur wenige Vorgaben. Die Ränder asphaltierter Wander-, Feld- und Radwege sollen ab Spätsommer einmal geschnitten werden, Wege auf Wällen höchstens zweimal. Die Streuobst- und Magerwiesen von Holz- und Blottebürgel sind maximal zweimal dran, zudem sollen hier weiterhin einmal im Jahr Schafe „mähen“.

Was ist mit teils giftigen Plfanzen wie Herkulesstaude oder Indisches Springkraut?

Diese Neophyten - Pflanzen, die eingewandert sind - werden bekämpft und entsorgt. Das Jakobskreuzkraut etwa soll vor der Blüte ausgegraben, die Beifuß-Ambrosie ausgerissen und verbrannt werden.

Es sollen auch Grünflächen verschwinden, sagt Baunatals Erste Stadträtin Silke Engler. Ihr Beispiel: Der Teil der Friedrich-Ebert-Allee in Altenbauna, wo auf der einen Seite Vorgärten, auf der anderen der Stadtpark angrenzen. Da wolle man zusätzliche Beete an der Straße entfernen.

Das sagt Baunatals Erste Stadträtin

Generell laute die Devise: „Jedes Jahr etwas mehr vereinfachen.“ Das könne etwa heißen, Grünes unter Bäumen durch Kalkschotter zu ersetzen, wie am Lindenhof in Altenbauna bereits geschehen. Auch denke man an Pflanzen, die weniger Pflege brauchen.

Der Bauhof werde in allen Stadtteilen nach Möglichkeiten suchen, die Pflegearbeit zu vereinfachen. Engler schätzt, dass es fünf Jahre dauert, bis alle Baunataler Bereiche daraufhin geprüft worden sind. Bevor man einschneidend eingreife, solle es Begehungen mit Anwohnern geben.

Engler appelliert zudem erneut an die Bürger, Patenschaften für Stadtgrün zu übernehmen. (ing)

Von Ingrid Jünemann

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