„Die sind unheimlich süß und witzig"

Wickelbär bald wieder zuhause - Unterschlupf  bei Jens Rose

Kuschelbedürftig: Bei Jens Rose fühlte sich der kleine Ausreißer sichtlich wohl. Der KSV-Vorstand hatte den Wickelbär vorübergehend in Pflege genommen. Foto: privat/nh

Schauenburg. „Die Besitzerin hat sich gemeldet“, sagt Brunhilde Siebert erleichtert. Sie hatte gemeinsam mit ihrem Mann Horst einen Wickelbären vor der Haustür ihrer Mutter an der Erlenstraße in Elgershausen gefunden.

Nach allerhand Umwegen kommt der Ausreißer nun wohl wieder zurück in sein Zuhause an der Dachsbergstraße in Elgershausen - das liegt etwa 150 Meter vom Fundort entfernt.

Untergekommen war der kleine Wickelbär in der Zwischenzeit bei Jens Rose in Kassel. Rose, Unternehmer und seit vielen Jahren Motor beim KSV Hessen Kassel, ist Tierfreund und kennt sich mit exotischen Vierbeinern gut aus. Unter anderem hat er zwei Servale (mittelgroße afrikanische Wildkatzen) zu Hause. Bald war der Kasseler von dem Ausreißer aus Elgershausen begeistert. „Die sind unheimlich süß und witzig“, erzählt der 51-Jährige. Für den Wickelbären habe er schnell ein Gehege gestaltet. „Ich habe den Hühnerstall umgebaut und 20 Äste reingehängt. Jetzt lebt der Wickelbär mit einer Schildkröte und einem Huhn zusammen.“

Schauenburger Wickelbär büxt aus

Polizeibeamte des Revieres Süd-West in Baunatal hatten den exotischen Bär zunächst in Elgershausen abgeholt. Zwei Tierparks in der Region hätten den Wickelbären nicht aufnehmen können, berichtet Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch. Schließlich sei den Beamten eingefallen, dass Jens Rose sich mit solchen Tieren beschäftigt. So kam das Tier schließlich nach Kassel-Wahlershausen.

Er habe schnell gemerkt, dass der Wickelbär an Menschen gewöhnt sei, berichtet der Unternehmer. Dennoch verweist Rose darauf, dass es sich letztendlich um eine Raubtier handele, das nicht unbedingt für die eigenen vier Wände geeignet sei. „Die sind nachtaktiv und geben auch Geräusche von sich“, sagt er. Außerdem solle man einen Wickelbär nicht einzeln halten.

Am Dienstag abend sollte das Bärchen nun abgeholt werden und nach Elgershausen zurückkehren. Er wolle die Besitzerin nochmal darauf hinweisen, was alles zu beachten sei, sagt Jens Rose. Über die kurze Zeit, die er mit dem Wickelbären hatte, freut er sich. „Man lernt ja dann von dem Verhalten der Tiere“, sagt er. Und ob der kuschelbedürftige Gast vielleicht einmal Maskottchen des Regionalligisten wird, kann er sich ja noch in Ruhe überlegen.

Von Sven Kühling

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.