Ärger über von der Gemeinde geschlossene Wege – Kritik: Geldverschwendung

Barrieren kosten 9000 Euro

„Durchgang verboten“: Diese Absperrung „In der Schlucht“ ist eine von 47 in ganz Lohfelden, mit denen die Gemeinde Wege geschlossen hat. So will die Verwaltung die Räumpflicht bei Schnee und Eis umgehen. Foto: Wohlgehagen

Lohfelden. Die Schließung wichtiger Fußwege durch die Gemeinde Lohfelden schlägt weiter hohe Wellen. Viele Bürger, vor allem Grundstückseigentümer, sind mit den Absperrungen nicht einverstanden und äußern ihren Unmut über die Aktion der Ordnungsverwaltung.

Das Wort vom Schildbürgerstreich macht die Runde: Die Gemeinde verlange die Schnee- und Eisbeseitigung von den Bürgern, drücke sich aber auf ihren eigenen Wegen vor der Verantwortung, heißt es. Das sei auch vor dem Hintergrund einer fast 30-prozentigen Grundsteuererhöhung nicht zu verstehen, so die Kritik der Bürger.

„Wir müssen die Gehwege freihalten, warum gilt das denn nicht auch für die Gemeinde?“, fragt Heinz Faller, Anwohner des Hirzsteinweges.

Lange Umwege

Auch Rudi Bauschke, der unmittelbar neben der dichtgemachten Wegeverbindung „In der Schlucht“ wohnt, findet die Maßnahme „absolut nicht richtig“, zumal es zurzeit keinen Winter gebe. Die Sperrungen führten zu langen Umwegen, so könne man mit mündigen Bürgern nicht umgehen, sagte Bauschke.

Dieter Rudolph hält das Ganze für Geldverschwendung. Es sei zudem unnötig, bei einem zwei Meter breiten Fußweg auf dem Sperrgitter bis zu fünf Warnlampen zu montieren. Allein vor seiner Haustür in Vollmarshausen hätte man 112 Euro und für einen ganzen Winter noch mehr Geld einsparen können.

Kai Hast, Bürochef im Rathaus, sieht das anders. Die Sperrung der Wege sei ohnehin nur eine „temporäre Übergangslösung“. Der Büroleiter ist „nicht sicher, ob die 47 Baken überhaupt bis Ende März stehen bleiben müssen“. Das Wetter sei in diesem Jahr recht offen. Der Büroleiter beziffert die Kosten für die Baken an 74 Miettagen von Januar bis März mit 9000 Euro – Transport, Aufbau, Abbau und Wartung inbegriffen.

In dem Gespräch mit der HNA verweist Kai Hast auf die Presseerklärung der Gemeinde zur Absperrung, in der sie offen gelassen habe, ob der Winterdienst auf einzelnen Wegen vom Bauhof übernommen werden kann oder den Anliegern auferlegt wird.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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