Verlust von Flächen: Landwirte und Landesregierung üben bei Fachmesse in Baunatal Schulterschluss

Bauern wehren sich gegen Landschwund

Technik hilft dem Landwirt: Tierarzt Adolf Höhmann aus Niedenstein (links) zeigte Gerhard Hartwig aus Edertal bei der Grünen Woche seine Spezial-Überwachungskameras für Rinderställe. Fotos: Dilling

Baunatal. Immer mehr Verlust landwirtschaftlicher Flächen, zu geringe Preise für bäuerliche Erzeugnisse, der Anbau von Energiepflanzen im öffentlichen Gerede und Kritik von Tierschützern: Landwirte kämpfen an mehreren Fronten gleichzeitig. Doch sie stemmen sich gegen den Negativtrend.

Das wurde gestern während des Auftakts zur 65. Landwirtschaftlichen Woche Nordhessen in der Baunataler Stadthalle deutlich, zu der an drei Tagen 2000 Besucher erwartet werden. Friedhelm Schneider, hessischer Bauernverbandspräsident, und der hessische Wirtschaftsminister Florian Rentsch (FDP) übten den Schulterschluss: Die Landesregierung stärke im Rahmen eines Pakts mit der Landwirtschaft den ländlichen Raum, der aufgrund einer immer älter werdenden Bevölkerung auszuzehren drohe.

Zunächst gehe es darum, den dramatischen Verlust von landwirtschaftlichen Flächen und das Höfesterben zu stoppen, sagte Präsident Schneider am Rande der Eröffnungsveranstaltung. In den vergangenen Jahren seien Landwirtschaftsflächen von der Größe Waldeck-Frankenbergs aufgegeben worden. Das Vorhaben der EU-Kommission, sieben Prozent der Ackerflächen in ganz Europa stillzulegen, drohe diesen Negativtrend in Hessen zu verstärken, sagte Schneider und fügte hinzu: „Da muss ein Aufschrei kommen.“ Von weiteren Stilllegungen würden die Betriebe in der Region besonders hart getroffen, weil sie ohnehin schon relativ kleine Flächen bewirtschaften. Die Landesregierung kämpfe in Brüssel gegen diese Pläne, sagte Staatssekretär Mark Weinmeister während einer Pressekonferenz. Er sicherte zu, das Land werde die EU-Förderung weiterhin gegenfinanzieren. Laut Schneider soll der Flächenverlust zunächst von etwa fünf Hektar pro Tag auf zwei Hektar vermindert werden.

Neue Chancen für Landwirte verspricht sich Professor Dr. Wolfgang Friedt von der Uni Gießen von maßgeschneidertem Futter- und Energiepflanzenanbau. Neben ihm geben weitere Experten in einer Reihe von Vorträgen Tipps während der Fachmesse in Baunatal.

Von Peter Dilling

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