Kassel-Waldau

Video: Hier kippt ein Strommast

Kassel-Waldau. Ein Strommast auf dem Baugebiet an der A7 in Kassel-Waldau ist am Mittwoch gefällt worden. Grund: Der 40 Meter hohe Mast stand Bauarbeiten im Weg. Hier das Video, wie er fällt.

Wie ein Flugzeug liegt der Strommast auf dem verdörrten Acker. Kaum zu glauben, dass der 40 Meter hohe und bis zu elf Tonnen schwere Stahlriese nur wenige Sekunden vorher noch auf seinen vier Füßen stand. Der Abriss war notwendig, damit das 53 000 Quadratmeter große Grundstück direkt an der Autobahn 7 bei Fuldabrück bebaut werden kann. Nach HNA-Informationen will die Frankfurter Firma Gazeley eine Logistikhalle bauen.

Aktualisiert um 17.20 Uhr.

Es ist 12 Uhr. Die Vorbereitung für das Fällen des Mastes laufen: restliche Kabel werden auf große Rollen aufgerollt, letzte Schrauben im unteren Bereich gelöst und in Metallkörbe geworfen. Bereits am Vormittag waren die Kabel durchgeschnitten worden. Da sie zu einem weiteren Mast auf der anderen Seite der Autobahn 7 führten, musste diese nahe der Auffahrt zur A44 am Vormittag zwischen 10 Uhr und 10.20 Uhr vollgesperrt werden. Als die Kabelverbindung gekappt worden war, ging es um das Einsammeln der Kabel und Seile.

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13 Uhr. Ein Traktor zieht das im oberen Bereich des Mastes befestigte 50 Meter lange Stahlseil stramm. Er soll den Mast, wenn es soweit ist, in die richtige Richtung ziehen. Mit einem Schneidbrenner sägt Peter Borchardt, Obermonteur der Firma Edison, die vorderen beiden Füße an, um dem Mast die Fallrichtung vorzugeben. Alle beteiligten Personen nehmen Abstand: mindestens 40 Meter sollen es sein, der Höhe des Mastes entsprechend.

13.18 Uhr. Der Countdown läuft. Borchardt sägt am dritten Fuß. Die beiden hinteren Füße müssen komplett durchgetrennt werden, damit der Mast nach vorne fallen kann. Die Funken sprühen. Dann endlich das Handzeichen an den Traktor-Fahrer, der vierte Fuß werde in Angriff genommen. Jede Sekunde kann es soweit sein. Alle Blicke sind auf den Mast gerichtet. Kurz bevor der Mast wie in Zeitlupe umfällt, schiebt sich eine Wolke vor die Sonne. Ein leichtes Schwanken, dann eine starke Erschütterung. Durch den Aufprall werden Erdstücke durch die Luft gewirbelt, Grasfetzen fliegen hoch. Stille.

Um 13.25 Uhr liegt er um, alles ist nach Plan verlaufen. „Jetzt ist der Druck weg“, sagt Borchardt. Denn nun gehe es nur noch darum, den ehemaligen Strommast in 4 Meter lange Einzelteile zu zerlegen und diese abzutransportieren.

Strommast im Industriegebiet Kassel-Waldau gefällt

Dem Fällen des Mastes ging eine genaue Suche nach Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg voraus. Im Juli war dabei eine Fliegerbombe gefunden und entschärft worden. Derzeit stünden noch letzte Entscheidungen aus, bevor der künftige Bauherr mit dem Bau loslegen könne, sagte Andreas Güttler vom Zweckverband Raum Kassel auf HNA-Anfrage.

Von Anna Lischper

Rubriklistenbild: © Malmus

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